Fracking Ursache von Lungenkrebs?

Fördert Fracking nicht nur Erdgas, sondern auch Lungenkrebs? Das National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH) sieht in den in den Bohrschächten entstehenden Siliziumstäuben ein ernstes Gesundheitsproblem für die Arbeiter.

 

Potentiellen Umweltgefahren von Fracking sind uns mittlerweile hinlänglich bekannt: verseuchtes Trinkwasser, erkrankte Tiere, Verursachung von Erdbeben; ja, nicht einmal die Wirtschaft scheint so viel von der neuen Technologie zu haben wie einst versprochen. Aber was ist eigentlich mit den Menschen, die tagtäglich mit Fracking ihre Brötchen verdienen?

 

In den USA gab es im Jahr 2010 immerhin rund 200.000 davon. Eric Esswein und seine Kollegen von NIOSH besuchten insgesamt elf Frackingschächte in fünf US-Bundesstaaten. Überall fanden sie hohe Konzentrationen an Siliziumstaub. Silizium ist einer der Hauptbestandteile von Sand, der beim Fracking, gemeinsam mit Wasser und verschiedenen Chemikalien, ins Gestein gepresst wird.

Foto: flickr/arlmoore

Grenzwerte um mehr als das Zehnfache überschritten

 

In 79 Prozent der genommenen Proben überstiegen diese die von NIOSH empfohlenen Grenzwerte; in einem Drittel der Fälle sogar um das Zehnfache oder mehr. Nach Ansicht der Wissenschaftler ist hier der Punkt erreicht, an dem die Gesichtsmasken der Arbeiter keinen vollen Schutz mehr bieten.

 

Schon lange plädieren Arbeitsplatzsicherheitsexperten für eine Reduktion der von der Occupational Safety and Health Administration (OSHA) erlaubten Silizium-Grenzwerte um die Hälfte. Tatsächlich sandte OSHA im Februar 2011 einen entsprechenden Entwurf an das Weiße Haus- doch seitdem ist nichts mehr passiert. „In jedem Jahr, in dem sich nichts tut, werden weitere 60 Arbeiter sterben“, befürchtet Peg Seminario, Sicherheits- und Gesundheitsdirektorin der Arbeiterorganisation AFL-CIO. „Von den vielen Menschen, die an Silikose erkranken werden ganz zu schweigen.“

 

Einige Öl- und Gasfirmen reagierten bereits. „Wir versuchen, den Staub bei der Bewegung von Sand mit Hilfe von Vakuumgeräten aufzusaugen“, erläutert Tim Hicks, Sicherheitsexperte bei der Encana Corporation. Langfristiges Ziel sei es, die Gesichtsmasken der Arbeiter eines Tages überflüssig zu machen.

 

NIOSH fordert indessen weitere konkrete Sicherheitsmaßnahmen: So seien etwa „Vorhänge“ dort, wo der Sand bewegt werde, bessere Gesichtsmasken sowie die Sensibilisierung der Arbeiter für die Gefahren des Staubs unabdingbar. NISO

 

Lesen Sie auch:

 

Ohrwurm-Einsatz gegen New Yorker Fracking

Explosiver Plan: Fracking in Deutschland

Klage gegen US-Stadt: Sie verbot Fracking

Most Wanted

Sarah Baker Foto: LLL/flickr CC

Hoffnung für den Klimaschutz

Wissenschaftler am Lawrence Livermore Forschungslabor haben nicht nur den Schlüssel gefunden, mit...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Pexels

Kehrseite des Sportevents: Tonnenweise Essensmüll

Superbowl: In der Nacht des Football-Endspiels der besten Teams verzehren die Zuschauer – im...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Arek Socha

Neuer Ansatz für Ökoenergie: Strom aus Wassertropfen

Neue, Idee für die Energiewende: Wissenschaftler der City University Hongkong entwickelten einen...


Neu im global° blog

Foto: Pressenza (CC BY 4.0)

Atomwaffen verstoßen gegen das Recht auf Leben

Die Organisationen IALANA, IPPNW und ICAN weisen anlässlich des Tages der Menschenrechte auf den...


Foto: ZDF / Martin Kaeswurm

"Schattenmacht Blackrock"

Der amerikanische Finanzinvestor Blackrock verwaltet im Auftrag seiner Kunden über sechs Billionen...


Screenshot: gunther-moll.de

Die Botschaft

Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...


Folgen Sie uns: