Und was bleibt am Ende?

Gelassenheit und Ruhe im Einklang mit der Natur sind wesentlich Voraussetzungen für Nachhaltigkeit.

Die Frage "Was bleibt?" ist ein wichtiger Impuls zur Nachhaltgkeitsdebatte: nicht ökologische Ewigkeitsillusion, sondern eine Kultur der Erinnerung, Demut und der Gelassenheit können uns zu einer nachhaltigen Zukunft verhelfen.

Im Durchschnitt werden Menschen in Deutschland ca 74 (Männer) bzw. 81 (Frauen) Jahre alt. 70 - 80 Jahre von Erfolg und Misserfolg, Freude und Trauer, Liebe und Streit, Glück und Sorgen. Und was zählt am Ende, woran erinnert sich die Nachwelt in Dankbarkeit, Liebe und Achtung? Daran, wie viel Geld und Macht jemand angereichert hat, wie erfolgreich jemand im Beruf war? Oder daran, wie stark man von einem Menschen positiv geprägt wurde, wie viel Güte und Warmherzigkeit man von einem Menschen erfahren hat?

 

Wenn Werte wie Reichtum und Macht am Ende nichts bedeuten im Vergleich zu den Werten, die einen Menschen zu einem wahren Homo sapiens machen, warum jagen wir im Alltag so eifrig oberfächlichen Dingen nach statt uns mit mehr Ruhe auf das Wesentliche zu konzentrieren? Wofür versuchen wir so oft, uns immer mehr zu bereichern und zerstören dadurch nicht nur unsere eigene Gelassenheit sondern auch noch die Zukunft nachfolgender Generationen? Woran soll sich die Nachwelt erinnern, wenn sie an uns denkt?

 

Vielleicht ist es an der Zeit, dass das Bewusstsein um unseren eigenen Tod viel mehr ins Zentrum unseres Denkens und Tuns kommen sollte, um uns daran zu erinnern, worum es im Leben geht: So unser Leben zu führen, dass wir der Nachwelt durch unser eigenes Leben ein wenig mehr Weisheit mit auf den Weg geben; so dass unsere Art ihren Namen, Homo sapiens, irgendwann tatsächlich verdient.


28.07.2014 23:16
Dr. Maiken Winter

maiken.winter@gmail.com