Fast ein Viertel aller neu errichteten Wohngebäude im Schwabenland ist aus Holz gebaut. Bei den übrigen Gebäuden sind es sogar mehr als 25 Prozent.
Politischer Wille treibt den Vorsprung im Holzbau voran
Dabei kommt der hohe Anteil nicht von ungefähr. Im Koalitionsvertrag des Jahres 2011 vereinbarte die Landesregierung, die Landesbauordnung zugunsten des Holzbaus zu novellieren. Am 1. März 2015 trat die neue Landesbauordnung in Kraft. Ziel war es, den Anteil von Holz im Bauwesen kontinuierlich zu steigern. Zusätzlich initiierte die Landesregierung das "Holz-Innovativ-Programm" (HiP), das erstmals in der Förderperiode von 2014 - 2020 Gelder aus dem EFRE-Fonds der EU für besonders innovative öffentliche Holzbauten einsetzt.
Den Anstieg beim Holzbau im Ländle begünstigen zusätzliche Voraussetzungen. Denn die Verfügbarkeit des Rohstoffes Holz ist in Baden Württembergs Wäldern besonders groß. Doch auch der generelle Trend hin zu mehr Holz in Deutschland ist ein Indiz für das Wachstum im Holzbau.
Holz liegt im Trend – In ganz Deutschland
Der Urbane Holzbau liegt im Trend. Während in einige Region des Landes schon immer viel Wert auf den natürliche Baustoff gelegt wurde, erkennen nun vermehrt Großstädter dessen Vorteile und die liegen auf der Hand. Holz wächst nach, nachhaltig angebaut sogar schneller, als es geerntet wird. Holz dämmt gut gegen Hitze und Kälte. Einer der größten Vorteile von Holz gegenüber anderen Baustoffen ist jedoch die einfache Entsorgung.
Natur-Design bei der Inneneinrichtung
Bekanntermaßen investieren die Deutschen besonders viel Geld in die Einrichtung ihrer eigenen vier Wände. Lediglich die Schweizer und Österreicher geben noch mehr aus. Dabei hat sich in den letzten Jahren eine bestimmte Richtung abgezeichnet – Möbel in natürlichem Design. Selbst Kleinmöbel aus Holz, wie beispielsweise Tritthocker, werden passend zur natürlich wirkenden Inneneinrichtung ausgewählt. Dabei wird vermehrt Holz aus zertifizierter und nachhaltiger Forstwirtschaft verwendet und bei der Bearbeitung auf ökologische Lacke und Farben gesetzt, wie beispielsweise naturehome unter Beweis stellt. Positiv ist dabei, dass die Verbraucher diesen Trend honorieren und sich entsprechende Angebote durchsetzen können.
Studie sagt Holz positive Wirkung auf den Menschen nach
Laut einer Studie des Human Research Institutes für Gesundheitstechnologie und Präventionsforschung in Klagenfurt schafft Holz ein optimales Wohnumfeld für einen positiven Einfluss auf die Gesundheit der Bewohner. Für die Studie wurden zwei Klassenräume an einer Schule mit Massivholz ausgestattet und zwei Zimmer mit konventionellen Materialien wie Linoleum und Gipskarton versehen. Über einen Zeitraum von 10 Monaten wurden die Schüler in den jeweiligen Räumen beobachtet und befragt.
Im Ergebnis der Studie heißt es, die durchschnittliche Herzfrequenz bei den Kindern in den mit Holz ausgestatten Klassenzimmer sei um durchschnittlich sieben Prozent geringer, als bei den Kindern in den konventionell ausgestatteten Klassenräumen. Zudem sei die Leistungsfähigkeit bei Kindern in den „Holzklassen“ größer. Unter gewissen Umständen kann Holz demnach das Herz-Kreislaufsystem schonen.
Dirk Schwarzer
dirk.schwarzer.82@gmx.de