Hamsterkäufe: Zu günstige Lebensmittel?

Infografik Supermarktcheck / Quelle: Netzsieger

Ressourcenschonend ist die Empfehlung der Bundesregierung, einen Katastrophenvorrat anzulegen, sicherlich nicht. Dass Nahrungsmittel in Deutschland mitunter zu günstig sind - und das auch zulasten der Umwelt gehen kann - ist ein offenes Geheimnis. Ein Supermarkt-Check zum Thema Hamsterkauf und seine Preise liefert nun Zahlen.

So hat sich das Vergleichsportal Netzsieger aufgemacht, um in sechs Supermärkten und bei vier Online-Händlern die Preise für alle Lebensmittel der Hamsterkaufliste zu vergleichen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt neben 28 Litern Wasser pro Kopf vor allem Konserven, Brot und frisches Obst einzulagern.

 

Erhebliche Preisunterschiede

 

Für den Vergleich wurden die Produktpreise der Discounter Netto, Lidl und Aldi sowie die der Supermärkte Kaiser’s, REWE und die des LPG Biomarkts herangezogen. Der Vergleich der Online-Händler erfolgt zwischen den Bringdiensten von food.de, Bringmeister.de, REWE.de und Allyouneedfresh.de.

 

Wie zu erwarten sind die Gesamtsummen für den Katastrophenvorrat bei den Discountern am niedrigsten. Mit etwa 52 Euro bezahlt der gewiefte Hamsterkäufer bei Lidl am wenigsten. Rund einen Euro mehr kostet die Rücklage beim Konkurrenten Aldi. Bei Netto hingegen beträgt der Preis für Wasser, Konserven und Co mit rund 59 Euro schon sieben Euro mehr.

 

Die Preisunterschiede bei den Supermärkten sind erheblich höher. Wer sich bei REWE mit der Ration eindeckt, zahlt mit 62 Euro gerade einmal drei Euro mehr als beim teuersten Discounter. Eine beachtliche Diskrepanz liegt zwischen Kaiser’s mit 79 Euro und dem LPG Biomarkt mit fast 187 Euro.

 

Die Preisspanne der Online-Bringdienste bewegt sich zwischen 73 Euro (Bringmeister.de) und 96 Euro bei Allyouneedfresh.de. Hier sind jedoch noch individuelle Lieferkosten zu berücksichtigen.

 

Getreideprodukte auf gleichem Niveau - große Unterschiede beim Obst

 

Kaum einen preislichen Unterschied gibt es bei Getreideprodukten. Die Preise für Zwieback, Nudeln und Reis sind alle auf ähnlichem Niveau. 750 Gramm Haferflocken kosten bei fast allen Händlern 59 Cent. Ausnahmen sind hier die Bio-Produkte und die der Online-Händler.

 

Die größten Unterschiede zwischen den Anbietern konnten beim Frischobst ausgemacht werden. Die Preisspanne liegt zwischen 1,60 Euro beim Discounter und 3,29 Euro beim Biomarkt. Auch beim Dosenobst gibt es zwischen allen getesteten Händlern große Unterschiede.

 

Eine Überraschung hält der Preis für Mineralwasser bereit: Für 28 Liter bezahlen Hamsterkäufer bei allen Discountern genauso viel wie beim Online-Händler Bringmeister.de - 3,64 Euro. Ausreißer ist hier der LPG Supermarkt. Kostenpunkt: Über 23 Euro.

 

Karsten Lützow


30.08.2016 14:55
Karsten Lützow