Der Trend "Nachhaltiger Druck"

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Immer digitaler, schneller und umweltbewusster. Das ist Tenor der heutigen Gesellschaft. Besonders das Thema Nachhaltigkeit wird im Kleinen und im Großen gelebt. Die Menschen kaufen immer mehr Bio-Obst auf dem Markt, achten auf Gütesiegel in den Geschäften oder investieren in elektronisch betriebene Autos. Besonders das produzierende Gewerbe lebt mittlerweile vom Nachhaltigkeitstrend.

Kein Wunder, dass der Trend auch zunehmend in der Druckbranche angekommen ist, denn sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen nutzen den Drucker fast tagtäglich, um Flyer oder die Kündigung der Versicherung auszudrucken. Und da bei jedem Druck Schadstoffe in die Umwelt gelangen, ist die Nachfrage nach ökologischen Druckprodukten durchaus gestiegen. Doch was sind die Bestandteile eines ökologischen Drucks für private und geschäftliche Zwecke und was macht den Druck ökologisch?

 

Das Papier mit Zertifikat

 

Was braucht es zum Drucken? Klar, in erster Linie ein Druckgerät, aber an zweiter und dritter Stelle folgen dann schon das Papier und die Farbe. Wer ökologisch drucken möchte achtet auf zertifiziertes Papier. Dieses ist mit dem Logo "Blauer Engel" oder dem FSC (Forest Stewardship Council) gekennzeichnet. Die Organisation FSC setzt sich für eine umweltfreundliche Bewirtschaftung der Wälder ein. Das Zeichen steht somit dafür, dass das Produkt aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt und zur Papierherstellung ausschließlich Recyclingmaterial verwendet wurde. Somit wird für nachhaltiges Papier nicht erst unter hohem Schadstoffaufkommen neues Papier hergestellt, sondern dieses aus bereits vorhandenem Altpapier gewonnen. Weitere ökologische Vorteile des Recyclingpapiers beschreibt ein FAQ zum umweltfreundlichen Papier. Die Verwendung von Recyclingpapier ist ein Bestandteil des ökologischen Drucks im privaten und im geschäftlichen Bereich. Vor allem, weil der Druck auf Recyclingpapier dem Druck auf "normalem" Papier in seiner Qualität in nichts nachsteht und die Zeiten des grauen "Öko-Papier" längst vorbei sind. Das Recyclingpapier gibt es in verschiedenen Helligkeitsgraden, wobei die Umweltbelastung bei den dunkleren Papieren natürlich am geringsten ist. Die Druckerfarbe verläuft auch nicht auf dem Papier, so ist das Recyclingpapier problemlos für den Ausdruck mit dem Tintenstrahldrucker geeignet.

 

Der ökologische Farbanstrich

 

Für den nachhaltigen Ausdruck, der besonders für die Unternehmenswerbung mit Farbqualität überzeugen sollte, gibt es bereits spezielle Öko-Farbe. Diese wird aus natürlichen Harzen und Ölen auf pflanzlicher Basis hergestellt. Zudem enthalt die Farbe organische anstelle von künstlich hergestellten Farbpigmenten. Die Öko-Farben kommen vor allem in Druckereien zum Einsatz, die ihre Drucker so einstellen, dass die Farben eine gute und besonders eine ökologische Druckqualität versprechen. Die Bio-Farben werden kontrolliert und nach bestimmten Qualitätsstandards, die eine DIN-Norm vorgibt, gefertigt. So gehört und kann zum Drucken das Drucken mit mineral- und alkoholfreien Farben und Lacken gehören.

 

Umweltfreundliches und klimaneutrales Druckverfahren!?

 

Papier und Farbe sind für den Druck unbedingt notwendig. Doch erst der Druckvorgang sorgt dafür, dass der Druck ansehnlicher Flyer oder des Urlaubsfotos gewährleistet wird. Einige Anbieter haben ihre Drucker und dazugehörige Toner bereits so ausgerichtet, dass sie besonders sparsam drucken und zudem Stoffe enthalten, die recycelbar sind. Für einen ökologischen Druck ist bei der Wahl des Druckers zudem auf Umweltkennzeichnungen, wie den "Blauen Engel" zu achten. Die ausgezeichneten Drucker sind besonders stromsparend und bestehen aus schadstoffarmen und recyclingfähigen Materialien. Natürlich kann auch bereits Zuhause und im Büro durch das Minimieren der Ausdrucke umweltfreundlicher und sparsamer gehandelt werden, aber zusätzlich unterstützen gewisse Druckfunktionen. Sparsame Modi helfen nachhaltig zu drucken und unter anderem den Verbrauch der Tinte zu reduzieren. So lassen sich CO2¬-Emissionen mit dem Druckvorgang zwar nicht komplett vermeiden, aber neben der Sparvariante, für kleinere Druckauflagen im Privaten, können Unternehmen die entstandenen Schadstoffe bei Großaufträgen ausgleichen. Das funktioniert, wenn Firmen zum Beispiel ihre Werbemittel klimaneutral drucken lassen. Das heißt, die Produktion der Werbemittel C02-neutral in Auftrag geben und dadurch unter anderem die entstandene Treibhausgasmenge durch gleichzeitige Unterstützung eines Klimaschutzprojektes wieder ausgleichen.

 

Umweltfreundliche Stromnutzung für den Druck

 

Um den ökologischen Ausdruck in Gang zu bekommen, wird zwangsläufig Energie benötigt. Doch nachhaltig drucken oder drucken zu lassen und dann "normalen" Strom nutzen? Die Nutzung von Strom, der aus erneuerbaren Energien gewonnen wurde, rundet in jedem Fall den nachhaltigen Ausdruck ab. Der Strom kann im Sinne der Nachhaltigkeit aus Quellen, die Energie durch Solaranlagen oder Wind- und Wasseranlagen gewinnen, genutzt werden. Wer also Wert auf das Komplettpaket legt, kann auch bei der Energieversorgung des Druckgeräts auf Nachhaltigkeit setzen. Bei der Wahl des Öko-Stroms, sollte auf bestimmte Gütesiegel geachtet werden, denn Ökostrom ist aus verschiedenen Gründen nicht gleich Ökostrom. In Deutschland stehen das TÜV-Siegel und daneben das "OK power" für Ökostrom, der den Qualitätsstandards entspricht, und in der Schweiz sind es auch das Siegel des deutschen TÜVs sowie die Kennzeichnung "naturemade".

 

Generelles: Der nachhaltige Druck am Bürotisch und Zuhause

 

Zum ökologischem Druck gehört nicht nur dazu, darauf zu achten, welches Material oder welche Drucktechnik Druckmaschinen Zuhause, im Büro oder in der beauftragten Druckerei verwenden. Wichtig ist daneben, dass die benötigten Ressourcen im Sinne der Nachhaltigkeit geschont werden und sich in einem bewusstem Umgang mit dem Drucker geübt wird. Nachfolgend ein paar generelle Tipps für nachhaltigere Druckvorgänge, bei denen der Verbrauch von Farbe und Papier sowie der Schadstoffausstoß minimiert werden kann:

 

• Anstatt in Farbe, das Schreiben für die Akten einfach mal mit dem Logo in schwarz-weiß drucken.

 

• Nur das Wichtigste ausdrucken. Denn viele E-Mails oder Unterlagen können einfach auf dem Desktop gespeichert oder in einem firmen- und abteilungsübergreifendem Online-System digitalisiert werden.

 

• Bei Dokumenten auf die Schriftart achten. Die Schriftart "Garamond" ist relativ dünn und verbraucht am wenigsten Farbe. Dagegen verbraucht die Schriftart "Times New Roman" aufgrund der Dicke mit die meiste Farbe.

 

• Oft reicht es zudem aus ein erhaltenes Dokument in einer kleineren Schriftart auszudrucken. Dies spart Platz und somit den Verbrauch von Papier und zudem Tinte ein.

 

• Nur wirklich notwendige Textpassagen ausdrucken, indem diese markiert werden und in der Druckfunktion "Markierung" ausgewählt wird.

 

• Den Toner erst austauschen, wenn die Schrift erkennbar schlechter zu lesen ist. In manchen Fällen lohnt es sich, den Toner leicht zu schütteln.

 

Nachhaltiges Drucken ist teurer?

 

Die Punkte des nachhaltigen und ökologischen Drucks sind ohne Frage umweltfreundlich, aber sind sie aufgrund ihrer speziellen Ausrichtung auch gleich teurer? Recyclingpapier ist in der Regel sogar günstiger als Papier aus Frischfasern, denn bei der Produktion entfällt unter anderem die teure Gewinnung von Zellstoff. Da jedoch die Nachfrage nach Recyclingpapier häufig noch geringer ist, ist der Preis fast identisch mit dem des Frischfaserpapiers. Auch für umweltfreundliche Drucker, die mit einem bestimmten Gütesiegel gekennzeichnet sind, muss nicht zwangsläufig mehr als für einen handelsüblichen Drucker gezahlt werden. Obwohl die Produktionskosten durch umweltfreundliche Produktionsweisen und die Verarbeitung spezieller Materialien höher sind. Aber klar ist auch, dass sich die Investition in ein qualitativ hochwertiges und nachhaltiges Modell, aufgrund des geringeren Verbrauchs von Energie und Rohstoffen, nicht nur für die Umwelt, sondern auch den eigenen Gebrauch lohnt, da die Lebensdauer dadurch häufig steigt. Zudem sind Druckereien, die nachhaltig handeln nicht zwangsläufig teurer als die Konkurrenz. Sie haben zwar höhere Investitionskosten, was die energetische Sanierung angeht, aber unter anderem innovative Produktionsmittel sorgen dafür, dass die branchenüblichen Produktionskosten kaum überschritten werden.

 

Sarah Lutz


24.10.2016 14:30
S. Lutz

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