Moor-Marke für den Klimaschutz

Sumpfporstblüte © Monique Ziebarth

Die Idee ist einfach, aber wirksam: Unternehmen neutralisieren das von ihnen ausgestoßene Kohlendioxid, um das Klima zu schützen. Dazu wird ihnen mit MoorFutures ein neues, werbewirksames Zertifikat für Naturschutzmaßnahmen in Deutschland angeboten. Das ist so vorbildlich, dass MoorFutures heute als offizielles UN-Dekade-Projekt der Biologischen Vielfalt ausgezeichnet wird.

Mit dem Zertifikat MoorFutures können Unternehmen einen direkten Beitrag zum heimischen Natur- und Klimaschutz leisten. Die in einem Betrieb unvermeidlich entstehende Menge von klimaschädlichem Kohlendioxid wird durch den Kauf von klimafreundlichen Wertpapieren einfach wieder ausgeglichen.

Mit dem Geld werden ehemals trockengelegte Moorgebiete gekauft und dauerhaft wiedervernässt. Ein MoorFutures kostet die Unternehmen rund 35 Euro und entspricht der Vermeidung von einer Tonne Kohlendioxid.

Das Besondere ist, dass die Umsetzung nicht auf anderen Kontinenten erfolgt, sondern heimische Moore, beispielsweise im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern, renaturiert und gepflegt werden. Hier wird der 65 Hektar große „Polder Kieve“, der bislang überwiegend landwirtschaftlich genutzt wurde, künftig einen wertvollen Lebensraum für seltene Arten wie die Große Rohrdommel, den Kranich oder die Trauerseeschwalbe bieten. Durch die relative Nähe zum Firmensitz können Belegschaft und Kunden der beteiligten Unternehmen deren gute Tat für Klima und Natur persönlich in Augenschein nehmen. Das erlaubt eine anschauliche Werbung über die eigenen Tätigkeiten als Klimaschützer.

Für dieses beispielhafte Projekt „MoorFutures – Investments für Natur- und Klimaschutz“ erhält das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern heute die Auszeichnung zum Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Die Mitglieder der Fachjury für den UN-Dekade-Wettbewerb hat vor allem die nachhaltige Sicherung der Moore für mindestens 30 Jahre überzeugt.

Auch die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Dr. Beate Jessel ist beeindruckt: „Das Projekt verdeutlicht in sehr gelungener Form, wie sich Klimaschutz und Schutz der biologischen Vielfalt auch langfristig miteinander verbinden lassen. Zudem zeigt es einen interessanten und neuartigen Weg, wie sich private Märkte zur Finanzierung von Naturschutzprojekten erschließen lassen“ so Jessel.

Die Auszeichnung wird heute von Prof. Dr. Claudia Kemfert, der Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung , in Berlin übergeben. Das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern erhält als Anerkennung eine von Peter Altmaier unterzeichnete Urkunde und die UN-Dekade-Trophäe „Vielfalt-Baum“, der symbolisch für die bunte Vielfalt und einzigartige Schönheit der Natur steht. Ab sofort wird das Projekt auf der deutschen UN-Dekade-Webseite vorgestellt unter www.un-dekade-biologische-vielfalt.de.

 


14.11.2012 12:30
Geschäftsstelle UN-Dekade Biologische Vielfalt (Zentrum für Umweltkommunikation)

Dr. Ute Magiera

Geschäftsstelle UN-Dekade Biologische Vielfalt

Zentrum für Umweltkommunikation

der Deutschen Bundesstiftung Umwelt

An der Bornau 2

49080 Osnabrück

Tel.: 0541/9633-955