Wie nachhaltig ist Carsharing wirklich?

Foto: Cecil Vedemil

Günstig, praktisch und umweltbewusst - Carsharing soll nicht nur Ressourcen einsparen, sondern auch in finanzieller Hinsicht viele Vorteile eröffnen. Was ist dran? Der Autovermieter Drivy hat dazu kürzlich ein paar Gedanken zusammengestellt.

Insgesamt nutzen 1,26 Millionen Deutsche Carsharing bei rund 150 verschiedenen Anbietern. Das sind rund 220 000 Nutzer mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Städte und Gemeinden, in denen Carsharing verfügbar ist, stieg von 490 auf 537 - dabei ist das Flottenwachstum der privaten Carsharing-Anbieter nicht berücksichtigt. Doch wie sieht es um die Nachhaltigkeit beim Teilen von Autos aus? Drivy hat dazu sechs Fakten zusammengetragen.

 

Rückgang des Autobestands

 

Viele Carsharing-Nutzer schaffen nach der Anmeldung bei einem Anbieter - sei es ein gewerblicher oder privater - das eigene Fahrzeug ab oder verzichten zumindest auf die geplante Anschaffung eines Neuwagens. Im Schnitt ersetzt jedes Carsharing-Auto vier bis acht private PKW.

 

Weniger Energieverbrauch und Fahrleistung

 

Laut dem Umweltbundesamt ist der CO2-Ausstoß von Carsharing-Wagen bis zu 16 Prozent geringer als von herkömmlichen PKW. Zusätzlich kann diesbezüglich noch die verringerte Fahrleistung von Carsharing-Nutzern mit eingerechnet werden. Die jährlichen PKW-Fahrleistungen eines Carsharing-Nutzers liegen bei rund 7.350 Kilometern. Im Bundesdurchschnitt hingegen liegt die Fahrleistung bei 14.259 Kilometer, wobei der Großteil der Autofahrer im Schnitt zwischen 5.000 und 10.000 Kilometerm zurücklegt.

 

Geringerer Platzbedarf

 

Ein großer Vorteil ist der Entlastungseffekt durch geringeren Platzbedarf. In Wohngegenden müssen weniger Parkflächen zur Verfügung gestellt werden. Der neu gewonnene Raum könnte für weitere Grünflächen genutzt werden.

 

Weniger Energieaufwand

 

Hinsichtlich des Energieverbrauchs muss zwischen Aufwand für die Herstellung eines Fahrzeugs und der Nutzung unterschieden werden. Da aufgrund der geteilten Nutzung ein niedrigerer Fahrzeugbestand erforderlich ist, wird auf der Seite der Hersteller Energie eingespart, da weniger Fahrzeuge produziert werden müssen. Der (Primär-)Energiebedarf für die Herstellung eines VW-Golf beträgt umgerechnet 1.220 Liter Benzin.

 

Öko-effizientere Fahrzeuge

 

Carsharing-Fahrzeuge werden - gemessen an der Kilometerleistung - intensiver als Privat-PKW genutzt. In der Regel werden Fahrzeuge nach zwei Jahren ausgetauscht und dem Gebrauchtwagenmarkt zugeführt. Weil häufiger neue, umweltfreundlichere Autos angeschafft werden, wächst die Gesamtzahl an öko-effizienten Fahrzeugen. Derzeit ist jedes zehnte Carsharing-Auto ein Elektro-Auto.

 

Karsten Lützow


24.08.2016 14:28
Karsten Lützow

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