Opfert Präsident der Klimakonferenz Regenwald?

Peru: Rodungen von Regenwald auf Satellitenbildern zu erkennen (Foto: NASA)

Der Präsident der Klimakonferenz in Lima droht Champion der Abholzer und Umweltzerstörer zu werden. Perus Staatschef Ollanta Humala Tasso will in Kürze ein Gesetz unterschreiben, das Unternehmen bei der Ausbeutung und Zerstörung der Natur in seinem Land nahezu freie Hand lässt. „Er schwadroniert von Klimaschutz und öffnet mehr Abholzung und Ausbeutung der Umwelt Tür und Tor“, sagt Reinhard Behrend von der Umweltschutzorganisation „Rettet der Regenwald“.

„Als Gastgeber des Weltklimagipfels im Dezember muss Präsident Humala Tasso die Waldvernichtung sofort stoppen. Es ist eine Schande, über Klimaschutz zu debattieren, während die Motorsägen kreischen!“

 

In Peru werden schon heute immer größere Regenwaldflächen für Palmölplantagen gerodet. Manche der Rodungen sind auf Satellitenbildern zu erkennen. „Die Einheimischen kämpfen verzweifelt um ihr Land. Kahlschläge fressen sich jeden Tag tiefer in den Regenwald“, sagt Angelika Kotzur, die am Amazonas lebt und Rodungen mit eigenen Augen beobachtet: „Die Methoden, mit denen Firmen Flächen in Beschlag nehmen, sind äußerst zweifelhaft.“

 

Das neue Gesetz 3627/2013-PE stellt nun eine weitere Bedrohung für die Regenwälder dar. Es würde die Ausweisung von Naturschutzgebieten erschweren, Umweltstandards senken, Umweltverträglichkeitsprüfungen verwässern und die Befugnisse des Umweltministeriums beschneiden. 107 Umweltschutzorganisationen aus aller Welt fordern in einem Brief vom peruanischen Präsident, das Gesetz nicht zu unterschreiben.

 

Ollanta Humala Tasso ist zum sogenannten „Petersberger Klimadialog“ in Berlin. Umweltschützer von „Rettet den Regenwald“ demonstrieren dort gegen Waldvernichtung in Amazonien. Mehr als 130.000 Menschen haben eine Petition gegen die grassierende Waldvernichtung in Peru unterzeichnet. Der Aufruf lautet:

 

„Mit großem Entsetzen haben wir von Abholzungen durch Palmölfirmen im Amazonasregenwald von Loreto und Ucayali erfahren. Etwa 10.000 Hektar Regenwald wurden bereits gerodet.

 

Insgesamt sollen mindestens ein Dutzend Plantagenfirmen in Loreto und Ucayali die Rodung von 100.000 Hektar Regenwald beantragt haben.

 

Nach dem Forstgesetz 27.308 ist der Staat dafür verantwortlich, die Wälder zu schützen. Wir bitten Sie daher:

 

- Verhindern Sie die Zerstörung der Regenwälder und weitere ökologische und soziale Konflikte durch die Plantagenunternehmen und genehmigen Sie die offenbar von den Firmen für Plantagen beantragte Rodung von 100.000 Hektar Regenwald nicht.

 

- Stoppen Sie sofort die Aktivitäten der Plantagenunternehmen in Loreto und Ucayali.

 

- Klären Sie auf, wie die Firmen angeblich bis zu 80.000 Hektar Regenwald erworben haben und ziehen Sie die an diesem unverantwortlichem Landhandel beteiligten Personen juristisch zur Verantwortung.

 

 

„Rettet den Regenwald“ kritisiert den Anbau von Palmöl weltweit, da dafür Wald vernichtet wird und Menschenrechte verletzt werden. Nachhaltiges Palmöl, wie es das Siegel RSPO verspricht, gibt es nicht. Palmöl wird bei der Produktion von Waschmitteln, Körperpflegeartikeln und Nahrungsmitteln verwendet. Zudem wird es in großem Umfang Biodiesel beigemischt.

 

Hinweise für Journalisten:

 

Demonstration in Berlin: 14.7., ab 13:30, Pariser Platz (Mittelinsel), Berlin

 

Kontakt: Mathias Rittgerott, Pressesprecher: 040 410 380 44 mathias.rittgerott@regenwald.org


11.07.2014 15:11
Rettet den Regenwald

Kontakt: Mathias Rittgerott

Pressesprecher Rettet den Regenwald

Telefon 040 410 380 44

mathias.rittgerottregenwald.org