Im Buschbeller Wald recken 140 Jahre alte Eichen und Buchen ihr knorrigen Äste empor, viele geschützte Arten wie Pirol, Mittelspecht und Feuersalamander leben dort vom Menschen ungestört. Das Kleinod der Natur ist einer der letzten Altwälder rund um Köln. Wegen seiner Artenvielfalt könnte er unter dem Schutz der EU stehen. Stattdessen droht ihm der Untergang.
Dabei ist der Abbau des Quarzsandes nicht nur aus Artenschutzgründen falsch. Die Wirtschaft braucht den Sand aus dem Buschbeller Wald schlicht nicht. Weltweit werden pro Jahr unvorstellbare 15 Milliarden Tonnen Sand abgebaut, mehr als von jedem anderen Rohstoff. Vor allem die Bauindustrie lechzt danach. Für ein Einfamilienhaus werden 200 Tonnen Sand benötigt. Angesichts dieser Größenordnung ist es eine völlig abwegige Idee, für relativ wenig Sand einen artenreichen Wald zu opfern. Zudem in einer Region, in der kaum mehr Wald steht.
Wie viel Wald bedroht ist, ist nicht klar. Laut Berechnung des BUND sind es 84 Hektar. Die Umweltverträglichkeitsprüfung für den Abbau verdiene den Namen nicht. Pirol, Mittelspecht und andere geschützte Tier- und Pflanzenarten seien nicht berücksichtigt worden. Auf die Erforschung der Fledermäuse sei „verzichtet“ worden. „Hierdurch konnte die Schutzwürdigkeit des Waldes ignoriert werden“, sagt Naturschützerin Tanja Keßels vom BUND. Auch bei einer Artenschutzprüfung 2012 seien etliche Arten nicht aufgeführt worden.
Nach Protesten wurde die Genehmigung für weitere Rodungen bereits zweimal verzögert. Am 15.8. wird es endgültig ernst. Geben die Behörden grünes Licht, wird der Wald wohl in den kommenden vier Jahren weiter geplündert.
Bitte appellieren Sie an die Quarzwerke und Politiker, den unsinnigen Sandabbau zu verhindern und den Buschbeller Wald zu schützen:
Sehr geehrter Generaldirektor Karl Falkenberg,
sehr geehrter Landrat Michael Kreuzberg,
sehr geehrter Umweltminister Johannes Remmel,
sehr geehrte Geschäftsleitung der Quarzwerke GmbH,
der Buschbeller Wald soll gerodet werden, damit Sand abgebaut werden kann. Bei dem Gebiet handelt es sich jedoch um einen der letzten Altwälder im Rhein-Erft-Kreis. Viele geschützte Arten wie Pirol, Mittelspecht und Feuersalamander leben dort. Wegen seiner Artenvielfalt könnte der Buschbeller Wald unter dem Schutz der EU-Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie stehen.
Trotzdem hat die Firma Quarzwerke GmbH beantragt, den Wald für den Abbau von Sand zu roden. Bei der Umweltverträglichkeitsprüfung und der Artenschutzprüfung wurden jedoch viele Pflanzen- und Tierarten wie Fledermäuse nicht berücksichtigt.
Weltweit ist Sand der am häufigsten abgebaute Rohstoff. Auf den Sand vom Buschbeller Wald zu verzichten, fiele wirtschaftlich nicht ins Gewicht und würde einen Naturschatz erhalten.
Bitte räumen Sie der Natur einen höheren Stellenwert ein als dem Rohstoffabbau und erhalten Sie den Buschbeller Wald.
Freundliche Grüße
mathias.rittgerottœregenwald.org