Drei-Punkte-Plan zur Rettung des Planeten

Foto: Jonathan H.Lee / subtledream.com

Es sind nur noch Tage bis zum UN-Klimagipfel in New York. Der Gipfel, der zu den wichtigsten Veranstaltungen zum Klimawandel seit Kopenhagen 2009 zählt, bekommt viel Aufmerksamkeit – und so soll es auch sein. Denn der Klimawandel ist das entscheidende Thema unserer Zeit.

CARE arbeitet mit vielen Gemeinden in den ärmsten Ländern der Welt zusammen. Diese Menschen brauchen keine Erinnerung an den Klimawandel: Sie spüren bereits seit langem die Auswirkungen. Wenn ich die täglichen Berichte unserer Notfallteams aus allen Ecken der Welt lese, bin ich sprachlos, denn extreme und unvorhersehbare Wetterphänomene sind heute Normalität.

 

Hier eine Kurzaufnahme der letzten drei Wochen: Kambodscha: Überschwemmungen und Dürre. Indien: Fluten in den Regionen Jammu und Kaschmir. Philippinen: Taifun Luis. Nepal: Überschwemmungen und Erdrutsche. Vietnam: Warnung vor dem Taifun Kalmeigi. Somalia: Dürre und Nahrungsunsicherheit. Philippinen: Warnung vor dem Tropensturm Luis. Äthiopien: Dürre und Nahrungsunsicherheit. Kenia: Warnung vor Dürre. Sri Lanka: Dürre und Nahrungsunsicherheit. Bangladesch: Warnung vor Nahrungsknappheit. Und die Liste geht weiter.

 

Auch wenn die Regierungen jetzt handeln, wird die Situation erst einmal schlimmer, da bereits zu viel Zeit verschenkt wurde. Die Emission von Treibhausgasen ist alarmierend hoch und erreichte 2013 ein Rekordlevel. Der UN Weltklimarat wird nächsten Monat noch einmal vor der extremen Erderwärmung warnen, auf die die Welt zusteuert – auch, wenn wir die globalen Emissionen einschränken.

 

Die gute Nachricht ist: Die Regierungen der Welt haben jetzt die einzigartige Chance, die richtigen Entscheidungen für zukünftige Generationen und die ärmsten Menschen dieser Welt zu treffen, die zu Unrecht unter den Folgen des Klimawandels leiden. Obwohl auf dem Gipfel keine neuen Abkommen beschlossen werden, kann und muss jedes Land zeigen, dass die Klimabedrohung ernst genommen wird – unsere Augen und Ohren werden vor allem auf die Regierungen der mächtigsten Nationen gerichtet sein. Wir wollen einen Drei-Punkte Plan sehen:

 

Die Regierungschefs sollten sich dazu bekennen, die Emission von Treibhausgasen schnell zu reduzieren und letztendlich zu stoppen. Das bedeutet, fossile Brennstoffe in der Erde zu lassen statt sie zu fördern; zusätzliche Maßnahmen umzusetzen, um erneuerbare Energien noch stärker zu verbreiten und an einer Wirtschaft zu arbeiten, die ohne Netto-Emissionen auskommt und vollständig auf erneuerbaren Energien basiert sowie die internationale Vereinbarung zu bestärken, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu beschränken. Seit der industriellen Revolution hat sich die Erde nur um 0,9 Grad erwärmt. Wenn wir so weitermachen, riskieren wir, dass die Temperatur am Ende dieses Jahrhunderts um vier Grad gestiegen sein wird. Diese starke Erwärmung wird extreme Konsequenzen zur Folge haben.

 

Zweitens fordert CARE, sofortige Aktionen um gegenwärtige und zukünftige Klimafolgen anzugehen. Regierungen müssen den Menschen in Nepal, Bangladesch, Kambodscha und Äthiopien und anderen Ländern mehr Unterstützung zusagen und ihnen helfen, sich den neuen Umständen anzupassen. Wir wollen auch, dass diese Anpassung fair verläuft und sichergestellt wird, dass den Menschen geholfen wird, die es am meisten benötigen. Viele von ihnen sind Frauen und Kinder. Wir wollen, dass lokale Gemeinschaften gestärkt werden und dass sie ihre eigenen Pläne zur Anpassung vorlegen können. Alle Maßnahmen sollen mit Geschlechtergleichheit und verbesserten Rechten für die Ärmsten einhergehen.

 

Industrieländer haben durch ihre Treibhausgasemissionen am meisten zum Klimawandel beigetragen. Jetzt müssen sie auch dazu beitragen, dass die ärmsten Länder die Kosten schultern können. Die Industrieländer sollen versprechen, rund 11,5 Millionen Euro in den neuen „Grünen Klima-Fonds“ einzuzahlen, als Teil einer insgesamt weiter anwachsenden Klimafinanzierung, um den Anforderungen der nächsten Jahre insbesondere bei der Klimaanpassung gerecht zu werden.

 

Wir fordern drittens ein klares Bekenntnis der Staats- und Regierungschefs, dass sie nächstes Jahr in Paris einen neuen und ehrgeizigen Klimavertrag beschließen, um die Welt auf den Weg einer nachhaltigen statt gefährlichen Zukunft zu bringen.

 

Wir wissen, dass die Armut nicht besiegt werden kann, ohne den Klimawandel entschieden anzugehen. Daher werden wir auf dem Gipfel genau hinhören und -sehen, genauso wie hunderttausende anderer besorgter Bürger, die dieses Wochenende auf die Straßen von Paris, New York, London und New Delhi gehen, um mehr Klimaschutz zu fordern. Und die Millionen, die schon heute mit den Auswirkungen des Klimawandels leben.

von Sven Harmeling, CARE-Koordinator für Klimapolitik


19.09.2014 15:07
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