EU-Klimaziele nur mit Wald und Holz erreichbar

Die Nutzung von Holz aus heimischen Wäldern ist wirksamer Klimaschutz.

Die vor wenigen Tagen vorgestellten Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur zeigen, wie wertvoll der deutsche Wald und die Holzverwendung für den Klimaschutz sind. Diese eindeutigen Zahlen zeigen zugleich, dass die Politik die Forst- und Holzwirtschaft braucht, um die ambitionierten Ziele, wie sie der EU-Klimaschutzgipfel formulierte, zu erreichen. Die Bundesregierung muss die Leistungen der nachhaltigen und multifunktionalen Forstwirtschaft in Deutschland deshalb jetzt entschlossen fördern.

Die Ergebnisse der neuesten Bundeswaldinventur haben nicht nur den guten Zustand der deutschen Wälder bewiesen. Sie haben auch die Datenbasis geliefert, um die außerordentliche Speicherkapazität unserer Wälder für klimaschädliches Kohlendioxid zu berechnen. Allein in den Bäumen sind 1.169 Millionen Tonnen Kohlenstoff gebunden. Damit mindert der Wald die Emissionen jährlich um sechs Prozent oder rund 52 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Dieser Wert entspricht den jährlichen Treibhausgas-Emissionen von rund 4,5 Millionen Deutschen bzw. 5,5 Prozent der Emissionen Deutschlands 2013. Mit einer solchen Gutschrift könnten immerhin sämtliche 2013 in Deutschland zugelassenen Neuwagen fast 12 Jahre lang CO2-neutral betrieben werden (bei 11.000 km/Jahr).

 

Senkenleistung durch Nutzung sogar noch viel höher

 

Der Klimaschutzbeitrag des Forst- und Holzsektors bei der Einsparung von Treibhausgasen ist sogar noch größer. Denn Holz speichert den Kohlenstoff längerfristig. Bei stofflicher Nutzung, etwa im Hausbau oder in der Möbelproduktion, bleibt der Kohlenstoff jahrzehntelang gebunden. Nach jüngst publizierten Berechnungen des Thünen-Instituts konnten von 2005 bis 2009 durch die stoffliche Verwendung von Holz jährlich rund 57 Mio. Tonnen und durch die energetische Nutzung 30 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente substituiert werden. Eine vermehrte Nutzung von Holz aus heimischen Wäldern ist daher die wirksamste Strategie, um energieintensive und damit umweltschädlichere Stoffe wie Beton, Stahl oder Glas sowie Öl und Gas auf Dauer ersetzen zu können. Diese Zahlen belegen, dass Holz ein nicht wegzudenkender Bestandteil des nachhaltigen Energiemixes sein muss, um die vernünftigen und ambitionierten Klimaziele, die auf dem Brüsseler Klimaschutz-Gipfel diskutiert worden sind, zu realisieren.

 

Für Philipp Freiherr zu Guttenberg, Präsident von AGDW – Die Waldeigentümer, bestätigen diese Fakten die hervorragende Arbeit der deutschen Forstleute und Waldbesitzer: „Mit dem Wald haben wir den besten Klimaretter, den man sich vorstellen kann. Die eindeutigen Zahlen der Bundeswaldinventur sollten auch die Bundesregierung und die EU beeindrucken. Die erfreulichen neuen Klimaschutz-Beschlüsse aus Brüssel bereiten grundlegend den Weg, um eine nachhaltiger wirtschaftende Gesellschaft zu erreichen. Dabei dürfen Bundesregierung und EU aber nicht nur auf andere Sektoren wie die Solar- und Windkraftbranche setzen, sondern müssen den wichtigsten nachwachsenden Rohstoff, den wir haben, das Holz, endlich gleichberechtigt behandeln.“

 

Bewirtschaftete Wälder sind überlegen

 

Zu Guttenberg äußerte sich auch zu den Vorstellungen einiger Umweltverbände, die der Meinung sind, dass nicht bewirtschaftete Wälder noch bessere Kohlenstoffspeicher als von Menschen genutzte Wälder seien: „Tatsache ist, dass Urwälder nur 30 Prozent der Klimaschutzleistungen von bewirtschafteten Wäldern erreichen. Die Klimavorteile erzielt unser Wald nur, weil er stabil und ökologisch intakt ist, von verantwortungsbewussten Waldbesitzern bewirtschaftet wird und im Einklang mit seiner natürlichen Entwicklung Holz zum nachhaltigen Bauen, Wohnen und Heizen liefert. Der heutigen Forstwirtschaft gelingt es, Waldnaturschutz und wirtschaftliche Nutzung in harmonischer Art und Weise miteinander zu verbinden.“ Wer auf die Nutzung von Holz verzichtet und es lieber der Zersetzung in einem vermeintlichen „Urwald“ überlässt, nehme in Kauf, dass die Menschheit länger als notwendig auf fossile Rohstoffe zugreift und den Klimawandel beschleunigt.


27.10.2014 17:09
AGDW - Die Waldeigentümer e. V.

Alexander Zeihe

Geschäftsführer

Telefon 030 31807923

Fax 030 31807924

infowaldeigentuemer.de