Der Future Policy Award geht an Sansibar

Sansibars Staatssekretärin Asha Abdullah (2. von links), hier zu sehen mit Jakob von Uexküll, Dr. Michael Otto und Alexandra Wandel, nahm den Preis gestern in Genf entgegen

Sansibar gewinnt den Future Policy Award. Die wahren Gewinner sind die Kinder Sansibars, denn der Politik-Oscar zeichnet 2015 Gesetze und politische Maßnahmen zur Stärkung und Umsetzung von Kinderrechten aus. Der Award wurde am 20. Oktober vom World Future Council in Zusammenarbeit mit der Interparlamentarischen Union und UNICEF in Genf verliehen. Für WFC-Ehrenratsmitglied Dr. Michael Otto war die Teilnahme an der Preisverleihung eine Herzensangelegenheit.

„Wir sind Dr. Michael Otto und Janina Otto sehr dankbar für die Unterstützung unserer Arbeit", so WFC- Vorstand Alexandra Wandel. Der Unternehmer und Aufsichtsratsvorsitzende der Otto Group, Dr. Michael Otto betonte auf der Veranstaltung: „Kinder sind unsere Zukunft. Wir tragen alle eine große Verantwortung, dass Kinder weltweit geschützt und gefördert aufwachsen. Deshalb unterstütze ich mit ganzem Herzen dieses Projekt, das beispielhafte Gesetzgebung auszeichnet.“ Für WFC-Botschafterin Janina Otto, die lange als Entwicklungshelferin in Afrika gelebt und gearbeitet hat, ist die Ehrung Sansibars auch ein wichtiges Signal an die Nachbarstaaten. „Ich hoffe, dass viele afrikanische Länder diesem leuchtenden Beispiel folgen und das Thema Kinderrechte auf ihre Agenda nehmen“, so die Mutter zweier Kinder. WFC-Gründer Jakob von Uexküll unterstrich die Wichtigkeit von Gesetzen: „Dieser Preis ehrt Gesetze, weil sie uns helfen das Richtige zu tun, indem wir zukunftsweisende Regeln dafür entwickeln.“

 

Insgesamt waren für den Future Policy Award 29 Gesetze nominiert. Den zweiten Platz teilen sich der US-Staat Maryland und Finnland. Zum Gewinnergesetz: Laut einer Studie aus dem Jahr 2009 ist fast ein Drittel der Jungen und Mädchen unter 18 Jahren in Sansibar bereits Opfer körperlicher Gewalt geworden. 2011 wurde daraufhin ein umfassendes Kindergesetz erlassen, das die Jüngsten nicht nur formal vor Gewalt und jeder Art von Missbrauch schützt, sondern auch das Fundament für ein funktionierendes Schutzsystem bildet. So gibt es heute in jeder Polizeistation speziell ausgebildetes Personal, das Aussagen minderjähriger Opfer in einem geschützten Rahmen aufnimmt.

 

Beispielhaft war die Einbeziehung von Kindern in die Entwicklung des Gesetzes: In allen Distrikten waren Minderjährige zu ihren Ängsten und Sorgen befragt worden. Heute gibt es landesweit mehr als 200 Kinderräte sowie einen nationalen Kinderbeirat, die Mädchen und Jungen aus Sansibar weiterhin an politischen Maßnahmen beteiligen. „Durch die direkte Einbindung der Gemeinden und Familien über deren jüngste Mitglieder hat das Gesetz auch in den Köpfen der Erwachsenen zu einem Umdenken geführt", so WFC-Vorstand Alexandra Wandel. „Die gesellschaftliche Haltung gegenüber Kindern hat sich in Sansibar grundlegend positiv verändert."

 

Die beiden Zweitplatzierten – Maryland und Finnland – sind jeweils für Bildungsgesetze ausgezeichnet worden. So gehört Umweltbildung in Maryland seit 2008 fest zum Highschool-Lehrplan. Andere US- Staaten wie Kentucky und Utah folgen diesem Beispiel bereits. Und in Finnland wird seit 1998 jedem Kind – egal welcher Herkunft, welchen Alters oder aus welcher sozialen Schicht – dieselbe hochqualitative Ausbildung garantiert. Die regelmäßig guten Ergebnisse des Landes in internationalen Tests zeugen vom Erfolg dieser Maßnahme.

 

Mehr Fotos von der Preisverleihung finden Sie hier.

 


21.10.2015 14:05
World Future Council

alexandra.schiffmann@worldfuturecouncil.org