Nachhaltiger Kakao (CCE)

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Wenn die meisten Menschen den Begriff Kakao hören, dann denken sie beinahe automatisch an Trinkschokolade und allerhand andere süße Naschereien. Dass all diese Süßwaren aus der Kakaobohne hergestellt werden, die für sich genommen überhaupt nicht süß ist, wissen nur die wenigsten.

Roher Kakao ist reich an vielen verschiedenen Nährstoffen und Kakaobohnen werden in zahlreichen unterschiedlichen Studien hinsichtlich ihrer ihrer gesundheitsfördernden Wirkungen untersucht.

 

Nachhaltiger Kakao und Certification Capacity Enhancement (CCE)

 

Doch bei all den positiven Faktoren, sollten diejenigen Menschen nicht vergessen werden, die hinter der Kakaoproduktion stecken. Gerade in afrikanischen Ländern wird ein Großteil der weltweiten Kakaoproduktion erzielt – mehr als 1.700 Tonnen pro Jahr allein in Côte d´Ivoire. Doch die Bedingungen für die Umwelt und die Menschen sind schlecht. Kinderarbeit, Raubbau an der Natur und eine Bezahlung weit unterhalb der Armutsgrenze sorgen dafür, dass Kakaoprodukte rund um den Globus trotz ihrer Süße einen bitteren Beigeschmack bekommen.

 

Zertifizierte Schokolade aus nachhaltigem Anbau ist für viele eine Lösung, doch leider kein Wundermittelink bleibt das Einkommen der Kakaobauern deutlich hinter den Erwartungen zurück. Produktivitätsverluste, Raubbau an der Natur, Schwankungen in der Qualität und die bereits angesprochene Kinderarbeit gehören zu den größten sich daraus ergebenden Problemen. Das Forum Nachhaltiger Kakao, das im Jahr 2012 ins Leben gerufen wurde, stellt sich diesen Problemen und möchte mit dem Certification Capacity Enhancement (CCE) die nachhaltige Kakaoproduktion der Kleinbauern in den Ländern Côte d´Ivoire, Ghana und Nigeria fördern.

 

Certification Capacity Enhancement (CCE) - Entstehung und Ziele

 

CCE wurde im Jahr 2010 ursprünglich als Projekt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (GIZ) gestartet und holte schnell die Organisationen Fairtrade, UTZ Certified sowie Rainforest Alliance/SAN ins Boot. Auch zahlreiche Unternehmen aus der Schokoladen- und Kakaoindustrie beteiligten sich am Erfolg des Projektes, dessen ursprüngliches Ablaufdatum auf das Jahr 2013 datiert war. Aufgrund der in kürzester Zeit erzielten Erfolge, beteiligten sich die Partner an einer Fortführung des Projektes.

 

CCE hat sich verschiedener Aufgaben verschrieben, die sich jedoch sehr schnell auf drei zentrale Themen herunterbrechen lassen: Zum einen soll die nachhaltige Kakaoproduktion durch Kleinbauern gefördert werden. Diese erwirtschaften mehr als 90% der weltweiten Kakaomenge, durch ihren Wegfall könnte der Bedarf an Kakao sowie Kakaoprodukten zukünftig mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr gedeckt werden. Ein weiteres Ziel ist die Steigerung der Produktivität, die nicht nur aus wirtschaftlicher, sondern auch aus ökologischer Sicht unumgänglich ist. Durch eine produktivere Nutzung der Anbaugebiete, könnten die Ausweitung von Anbauflächen und damit der Raubbau an der Natur langfristig eingeschränkt werden. Und nicht zuletzt steht im Fokus von CCE die Verbesserung der Lebensbedingungen der afrikanischen Kleinbauern. In den letztgenannten Bereich fällt auch die Reduktion der Kinderarbeit, die aufgrund der schlechten Bedingungen und der menschenunwürdigen Bezahlung heutzutage immer noch auf vielen Plantagen Gang und Gäbe ist.

 

Auf welche Aspekte fokussiert sich CCE?

 

Bei CCE geht es in erster Linie um ein speziell entwickeltes Training für Kleinbauern, bei dem diese mehr über nachhaltige Anbaumethoden und damit zusammenhängende Aspekte erfahren. Die Basis hierfür bildet ein Lehrplan, den die teilnehmenden Kleinbauern befolgen. Wichtiger Partner bei der Entwicklung dieses Lehrplans waren diejenigen Organisationen, die für nachhaltigen Kakaoanbau die Standards setzen. Auf diese Weise werden die Kleinbauern direkt an die Kriterien für den Erwerb von Nachhaltigkeitssiegeln herangeführt. Die Themen sind dabei direkt auf die täglichen Arbeitsabläufe zugeschnitten und beschäftigen sich mit Umweltschutz, Produktivitätssteigerung und sozialen Aspekten gleichermaßen.

 

Erfolge von CCE

 

Die bisherigen Erfolge der Studie sind ernst zu nehmen, denn rund 90.000 Kleinbauern aus Ghana, Nigeria und Côte d´Ivoire konnten bereits mithilfe der entwickelten Lehrpläne ausgebildet werden. Auch die Zusammenarbeit mit den Kakaobehörden der drei Länder hat sich als überaus produktiv erwiesen, da hierdurch eine größere Menge an Kakaobauern erreicht werden könnte. Gleichzeitig wird aufgrund dieser Tatsache auch der Marktanschluss der Teilnehmer sichergestellt.


05.08.2016 11:23
Kerstin Hermann