Einspruch gegen AKW im tschechischen Temelin

Grafik: Umweltinstitut

Einspruch gegen neues AKW in Temelin verlängert: „Aufgrund unserer Proteste zur knappen Einwendungsfrist ist diese vom 5. Juni bis zum 18. Juni verlängert worden“, verkündet das Umweltinstitut München auf seiner Internetseite. „Inzwischen hat die tschechische Regierung auch eine öffentliche Anhörung anberaumt: Am 22. Juni 2012 haben auch die deutschen Bürgerinnen und Bürger in Budweis (Tschechien) Gelegenheit, ihre Einwände zu erörtern.“ Eine Übersetzung wird garantiert.

Zum Hintergrund: In Temelín sollen nach Wunsch der tschechischen Regierung neue Atomkraftwerke gebaut werden. Zwei neue Blöcke möchte der Betreiber CEZ errichten, direkt neben den zwei bereits bestehenden. Die Münchner Atomwächter verweisen darauf, dass „die für ihre zahlreichen Störfälle bekannt sind und in Deutschland nicht genehmigungsfähig gewesen wären“.

Auch deutsche dürfen im Rahmen einer UVP ihren Einspruch äußern. „Es liegt ein Gutachten vor, das die Umweltverträglichkeitsstudie sowie sämtliche dazu bereits in 2010 eingegangenen Stellungnahmen bewertet“, schreibt das Umweltinstitut.

Gegen dieses Gutachten läuft nun die Einspruchsfrist. Die bayerischen Umweltschützer sehen gute Gründe für einen Einspruch: „Die Gutachter kommen zu einer positiven Gesamtbewertung und empfehlen, das Vorhaben zu realisieren. Nachrangige Aspekte wie Lärm oder Flora und Fauna werden ausführlichst betrachtet, dagegen kommen wichtige Bereiche wie Alternativen-Prüfung oder gar die Betrachtung der Nicht-Realisierung - die so genannte Nullvariante - viel zu kurz. Unfallszenarien und deren gravierende Auswirkungen auf Mensch und Umwelt oder das weltweit nicht gelöste Entsorgungsproblem des radioaktiven Abfalls werden negiert bzw. verharmlost. Die Unabhängigkeit der Gutachter ist stark zu bezweifeln. Das vorliegende Dokument könnte man eher als ‚Gefälligkeitsgutachten’ bezeichnen.“

Über die Website der Münchner kann sich auch jeder informieren, was gegen das tschechische Atomkraftwerk unternommen werden kann. Selbst ein Formbrief in tschechischer Sprache ist dort zu finden.

 

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