
In Deutschland sind Millionen Häuser alt, undicht und verschwenden unnötig Energie. Eigentlich sollte ein
neues Gesetz durch die steuerliche Absetzbarkeit von energetischen Sanierungen den Klimaschutz und das
Energiesparen voranbringen. Doch die Regierung hat nun das Milliardenprogramm bis auf Weiteres gestoppt.
Lohnt sich eine Sanierung trotzdem? Welche Alternativen gibt es?
Der Steuerbonus und seine Alternativen
Eigentlich sollte der Steuerbonus rückwirkend ab Januar 2015 gelten: Das Volumen von einer Milliarde
Euro sollte es ermöglichen, bis zu 25 Prozent der Kosten von der Einkommenssteuer absetzen zu können. Das
Vorhaben ist allerdings an der Finanzierungsfrage gescheitert.
Eine Alternative bieten Steuerermäßigungen bei Handwerkerleistungen. Diese sind als Teil der
haushaltsnahen Dienstleistungen im Paragraf 35a
EStG verankert. Privathaushalte können hiermit im Jahr bis zu 20 Prozent der Kosten von Handwerkern von
der Einkommenssteuer abziehen, höchstens jedoch 1.200 Euro.
Beispiele für eine absetzbare Handwerkerleistung sind der Austausch oder die Reparatur an:
- Fenstern
- Böden
- Türen
- Heizungsanlagen
- Elektroinstallationen
- Gasinstallationen
- Wasserinstallationen
Aber: Absetzbar ist lediglich der Arbeitslohn, nicht aber die Kosten für das Material.
Umfangreichere Auskünfte zum Thema liefert die Website der Vereinigten Lohnsteuerhilfe e.V.
Lohnt sich eine energetische Gebäudesanierung trotzdem?
Ob sich eine energetische Sanierung trotzdem noch lohnt, hängt vom Einzelfall ab. Schließlich sind zuletzt
die Energiepreise gesunken: Öl, Gas und Strom kosten derzeit weniger als noch vor einem Jahr. So machen sich
Energiesparmaßnahmen erst später bezahlt: im schlimmsten Fall erst nach Jahrzehnten. Gerade die ältere
Generation hat dann nichts mehr von den Sparmaßnahmen. Allerdings sprechen für eine energetische
Sanierung ohne genügend Eigenkapital derzeit die niedrigen Zinsen bei Krediten.
Vor allem teure Projekte wie ein Fensteraustausch oder eine Dämmung der Fassade amortisieren sich erst
nach fünfzehn bis dreißig Jahren. Es gibt allerdings eine Reihe einfacher und günstiger Maßnahmen, die
den Energieverbrauch ebenfalls senken, wie beispielsweise neue Heizungsventile, eine sparsamere Heizungspumpe
oder die Isolation von Heißwasserrohren. Mit unseren erläuterten Tipps können ebenfalls die
Heizkosten gesenkt werden.
Felix Bath
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