Aus US-Atomlager tritt Radioaktivität aus

Im WIPP-SAlzstock Foto: WIPP

Atom-Zwischenfall in den USA: Aus einem unterirdischen Lager für radioaktiven Bombenmüll trat aus bislang ungeklärter Ursache Strahlung an die Oberfläche. Die Reaktion der Behörden: Kein Grund zur Sorge.

Tief unter der Wüste von New Mexico stapelt das US Department of Energy im Salzstock einer aufgelassenen Mine seit 15 Jahren strahlende Reste der amerikanischen Atombomben-Produktion. Bislang ohne jeden Zwischenfall.

Vorige Woche (am 14. Februar 2014) aber schlugen die automatischen Warnsysteme Alarm. Laut einem Bericht der New York Times (NYT) blies der Luftstrom der Stollen-Entlüftung Plutonium- und Americum-Isotope in die Filter. Personen waren zum Zeitpunkt des Zwischenfalls nicht in der Anlage unter Tage. Waste Isolation Pilot Plant (WIPP) liegt gut 45 Kilometer östlich der Kleinstadt Carlsbad im US-Bundesstaat New Mexico unter dem Sand der Wüste.

 

Entwarnung nach Zwischenfall: Kaum erhöhte Atom-Strahlung

 

US-Atomlager in New Mexico Foto: WIPP

In einer improvisierten Bürgerversammlung versuchten die Betreiber von Waste Isolation Pilot Plant dennoch die Einwohner zu beruhigen. Die an der Erdoberfläche gemessene Strahlung sei zu vernachlässigen: 99.97 Prozent hätten die Filter abgefangen, berichtet die NYT. Die Entlüftung der Schächte habe sich in weniger als einer Minute automatisch abgeschaltet.

WIPP-Chef Russell Hardy: „Einwohner von Carlsbad hat praktisch keine zusätzliche Strahlung getroffen.“ Die Messwerte nach dem Unfall, so zitiert die NYT Hardy, würden die ohnehin vorhandene Hintergrundstrahlung etwa um den gleichen Wert erhöhen, wie eine Träne den Pegel des Pazifiks steigen lasse.

Der Vorfall aber hinterlässt auf der bislang weißen Weste der Atomanlage einen dunklen Fleck. Trotz aller Beschwichtigungen nämlich gab es tatsächlich – wenn auch geringe – Freisetzung von Strahlung. Was genau in die Filter und in die Umgebung gelangte, ermitteln jetzt Spezialisten. Das Energie-Ministerium muss sich Kritiker anhören, die bemängeln, es gäbe in der Information der Behörde durchaus Lücken.

Die weitere aufklärung aber wird dauern. Noch können Mitarbeiter der Anlage nicht in den schacht einfahren, um vor Ort zu sehen, wo, welches Leck den Zwischenfall verursachte.


pit

 

 

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