Berliner Bürger wollen Stromnetz kaufen

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Berliner Bürger packen's an: Sie wollen Stromnetz übernehmen. Die Genossenschaft BürgerEnergie Berlin (BEB) hat ein verbindliches Angebot für den Kauf des Stromnetzes beim Berliner Senat eingereicht. „Das Stromnetz gehört in die Hände der Berliner!“, fordert Vorstand Luise Neumann-Cosel.

Im Verfahren für die Vergabe der Stromnetz-Konzession ist die BEB einer der letzten drei Bewerber im Rennen. Mit dem finalen Angebot bieten die Stromnetz-Genossen dem Senat eine Kooperation an: „Mindestens 75 Prozent der Anteile am Netz sollen künftig der öffentlichen Hand gehören, der Rest den Bürgerinnen und Bürgern“, lautet das Angebot der BEB.

 

Genossenschaft will Energiewende selbst in die Hand nehmen

 

Bezahlen wollen die BEB-Stromer ihr Netz selbst. Insgesamt 12 Mio. Euro hätten Bürger dafür bereits zur Verfügung gestellt, betont die Genossenschaft in einer Pressemitteilung. Ziel der BEB sei, so heißt darin, „dass die Gewinne aus dem Netzbetrieb nicht länger abfließen, sondern in Berlin bleiben“. Derzeit gehört das Berliner Stromnetz dem Energiekonzern Vattenfall.

Im Rahmen des Angebots hat die BEB weitreichende Vorschläge für die Förderung der Energiewende und für Partizipationsmöglichkeiten der Berliner gemacht. Auch zur Übernahme und zum Betrieb des Netzes kann die Genossenschaft gemeinsam mit ihrem bundesweiten Partnernetzwerk beitragen. Dazu Hartmut Gaßner, Aufsichtsratsvorsitzender BEB: „Unser Modell steht für eine völlig neue Qualität der Bürgerbeteiligung: Wir wollen nicht nur mitreden, sondern auch wirtschaftliche Verantwortung übernehmen. Damit ist der Bürger nicht länger der lästige Nachfrager, sondern wird zum echten Partner auf Augenhöhe.“

„Jetzt kommt es auf den Senat an“, so Neumann-Cosel weiter. „Hat die Politik den Mut, den Bürgern die Hand zu geben? Für Berlin wäre das eine riesengroße Chance – wirtschaftlich, energiepolitisch und gesellschaftlich.“ Diese Entscheidung trifft nicht mehr die jetzige rot-schwarze Koalition, denn die Vergabeentscheidung wird erst nach der Berlin-Wahl erwartet.


red

 

 

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