
Wissenschaftler des Forschungsprojekts Biocombust bewerten die Kehrseite der Energiewende: Die bei der Biomasse-Verbrennung frei gesetzten Feinstäube aus Holz, Hackschnitzeln oder Pellets sind demnach vor allem aus kleineren – oft in Privathäusern installierten – Öfen problematisch. Großanlagen dagegen belasten die Atemluft weniger.
Die unter anderem aus den Geowissenschaften, der Pharmazie und der Umweltmedizin stammenden Wissenschaftler analysierten Emissionen von kleinen Laboröfen und großen Verbrennungsanlagen. Sie sammelten Asche und Staubpartikel, die bei der Verbrennung von Biomasse entstehen, und untersuchten sie auf ihre Größe, Form sowie der chemische und mineralogische Zusammensetzung. Wichtigstes Ergebnis: Die Verbrennungsbedingungen in großen Kraftwerken können besser kontrolliert werden, zudem sind dort meist gute Filtervorrichtungen vorhanden. Die Wissenschaftler fanden auch heraus, „dass die Variationen der Brennbedingungen, etwa das Überladen des Ofens, einen größeren Einfluss auf die Emissionen haben als die Verwendung unterschiedlicher Holzsorten“.
Langfristig kann Feinstaub der Gesundheit schaden

Bisher, so die Wissenschaftler aus Frankreich, der Schweiz und Deutschland, war über die gesundheitlichen Auswirkungen von Feinstaub-Partikeln aus der Biomasse-Verbrennung wenig bekannt. Die Forscher bestimmten daher in ihrem Biocombust-Projekt die Auswirkungen auf die Morphologie, Erbsubstanz und die Lebensdauer menschlicher Lungenzellen, auf Entzündungsprozesse sowie auf die Aktivierung natürlicher Abwehrmechanismen. Sie zeigen, „dass Feinstäube aus der Verbrennung von Hackschnitzeln, Buchenholz und Miscanthusgräsern von Lungenepithelzellen aufgenommen werden und diese teilweise morphologisch verändern“. Die Forscher konnten bei kurzzeitiger Einwirkung jedoch „keinen schädigenden Einfluss der Emissionen“ belegen.
Dennoch vermuten die Experten, dass eine längerfristige Belastung den Zellen schadet. Laut aktuellen Zahlen des Umweltbundesamts (UBA) herrscht im Talkessel von Stuttgart die dickste Luft in deutschen Städten. Das Ergebnis ermittelten die Messungen des Amts. Die weiteren Städte mit schlechten Luftwerten sind München, Reutlingen, Düren, Kiel, Limburg und Freiburg. Das berichtet die Zeit aus der antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag.
pit
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