23.01.2019

Ein Dachziegel könnte das Stickoxid-Problem in Städten lösen helfen: Während in Deutschlannd 100 Lungenärzte mit den Wissenschaftlern im Umweltbundesamt (UBA) streiten, ob dessen Stickoxid-Studie korrekt ist, entwickeln Erfinder eine Dachziegel, der Stickoxide aus der Luft filtert.
Auf der BAU 2019 vor wenigen Tagen in München präsentierte die Firma Erlus AG ihr Verfahren unter dem Namen „Erlus Lotus Air“ - ein Tondachziegel mit einer Titandioxidschicht. Ingenieur.de schreibt dazu: „Unter anderem hellt der Stoff Zahnpasta, Sonnencreme oder Kaugummi auf. Als Zusatzstoff E171 ist er auch in manchen Lebensmitteln zu finden. Und selbst in Kosmetikprodukten kommt Titandioxid vor. Dort trägt es die Bezeichnung CI 77891. Am häufigsten findet sich Titandioxid jedoch in Farben, Lacken und anderen Anstrichen.
Günstige und schnelle Lösung gegen Stickoxide
Das mache den Stoff auch für die Luftreinhaltiung interessant, weiß die Ingenieurs-Plattform. Denn: Titandioxid sei photokatalytisch aktiv und könne daher (selbst-)reinigend wirken.
Die photokatalytische Selbstreinigung bezeichne die Eigenschaft von Materialien, die mit Photokatalysatoren wie Titandioxid beschichtet wurden, heißt es auf der Website. Mithilfe des Sonnenlichts könnten die Katalysatoren chemische Verbindungen wie Stickoxid abbauen.
Das Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik (IST) in Braunschweig habe den Superdachzigel getestet. Die dabei erzielten Werte für die sogenannte Depositionsgeschwindigkeit lägen, so schreibt ingenieur.de, bei etwa 1,1 Zentimeter pro Sekunde. Diese Depositionsgeschwindigkeit ist die Geschwindigkeit, mit der Gase auf Oberflächen abgesetzt werden.
Die ermittelten Stickoxid-Abbauwerte der beschichteten Dachziegel liegen nach Aussage des Unternehmens etwa viermal so hoch, wie sie für einen sinnvollen Praxiseinsatz nötig wären. Die mit Titandioxid beschichteten Dachziegel seien damit „eine marktfähige Baustofflösung für die Stickstoffreduzierung in belasteten Städten“, zitiert das Portal den Hersteller.
Damit, so vermutet das Portal, seien die Filter-Dachpfannen, eine Alternative zu den anstehenden Diesel-Fahrverboten in deutschen Kommunen. Städte besäßen durch die dichte Bebauung eine große Oberfläche aus Baustoffen. Diese könnten effektiv genutzt werden, wenn Baustoffe, die mit Titandioxid beschichtet würden, bei Sonnenlicht Stickoxid in der Luft aktiv abbauen.
„Solche Baustoffe können einen nachhaltigen und kostengünstigen Beitrag zur Stickoxidreduzierung leisten – ohne dass es dadurch im Stadtbild zu Änderungen kommen muss“, sagt Erlus-Vorstand Peter Hoffmann.
jsu

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