„Demitarier“: So schützt der Speiseplan das Klima

Rinder als Fleischlieferenten: zu viel Treibhausgase Foto: Wikimedia CC 3.0/H. Bischoff

Klimaschutz beim Essen: Wissenschaftler Mark Sutton von der UN Economic Commission for Europe schlägt in einem aktuellen Report für die Vereinten Nationen vor, möglichst nur noch halb so viel Fleisch, Milchprodukte oder Eier zu verspeisen als heute üblich. Damit ließen sich, so die Studie, zwischen 25 und 40 Prozent der aktuell durch die Erzeugung dieser Lebensmittel verursachten Treibhausgase einsparen.

Sutton und sein Team suchen nach Wegen, die einen Ausweg aus der ideologisch geführten Debatte zeigen, in der sich Befürworter und Gegner einer vegetarischen oder gar veganen Diät immer mehr verhaken. Es gehe nicht darum, einzelne Ernährungsformen zu verdammen, so die Wissenschaftler. Ihren Vorschlag sehen sie als Fingerzeig, der auch die Diskussionen um „Veggie-Tage“ oder „Flexidiät“ entspannen und versachlichen könne.

 

Gesünder leben mit weniger Fleisch

 

Ihr Ernährungsvorschlag wirke zudem nicht nur gegen den Klimawandel. Er habe auch ganz direkte Konsequenzen für die Gesundheit der Menschen, zitiert Treehugger die britischen Wissenschaftler: Wer nur noch halb so viel Milch- und Fleischprodukte esse, reduziere dadurch auch automatisch seinen Konsum gesättigter Fettsäuren. Der Wert pendle sich damit auf das von Ernährungsexperten und Medizinern empfohlene maximal tolerierbare Maß ein. Die von Sutton „Demitarian“ genannte Diät reduziere diese Fettsäuren um gut 40 Prozent. Das führe zu weniger Herzerkrankungen im Bevölkerungsdurchschnitt.

Die Klimawirkung einer geänderten Ernährung berechnen die Wissenschaftler mit einer Reduktion von bis zu 40 Prozent der Treibhausgase und etwa 40 Prozent weniger Stickstoff-Emissionen.

 

Agrarlobby: Vorschlag ist zu simpel

 

 

Alternative: Gemüse - besser für Klima und Gesundheit Foto: Wikimedia CC/GNU 1.2/Ianusius

Genau hier hakt Agrarlobby ein. Die Stickstoff-Emissionen seien in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten durch verbessertes Management auf den Höfen und Feldern signifikant gesunken. Darauf verweist Umweltberaterin Diane Mitchell von der britischen National Farmers Union. Der Vorschlag, den Fleischkonsum zu begrenzen sei deshalb „ein zu einfacher Vorschlag für ein komplizierteres Problem“.

Die Wissenschaftler im Auftrag der UNO setzen noch auf ein anders Argument. Lebten mehr Europäer „demitarisch“ („halbvegetarisch“), könne die EU zum Exportland für Getreide avancieren und damit auch zur Bekämpfung des Welthungers mehr beitragen. Außerdem raten sie auch den Menschen in den USA (sie sind die Weltmeister im Verzehr von Rind- und Geflügelfleisch) sowie in China (dort essen Millionen Menschen vorwiegend Schweinefleisch) ihre Ernährung einer dem Klimawandel geschuldeten Diät anzupassen.


pit

 

 

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