Deutschlands Stromsparer wohnen im Osten

Foto: ap/Andreas Morlok

Deutschland spart Strom: 2014 gaben die Haushalte im Durchschnitt 52 Euro weniger für die Energie aus der Steckdose aus. Das ergab aktuell eine 120-Städte-Studie des Portals Preisvergleich.de. Basis waren 200.000 Stromverträge. Ergebnis: Lag der durchschnittliche Stromverbrauch pro Kopf 2013 bei 1.836 Kilowattstunden (kWh) und 2012 sogar bei 1.858 kWh, sank er 2014 auf nur noch 1.654 kWh.

Die Umfrage spürte auch die Stromverschwender auf. „In 16 Gemeinden ist es 2014 gleichwohl zu einem überdurchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von mehr als 1.813 kWh gekommen“, fasst das Portal seine Studie zusammen: „Gleich acht der 16 Städte, deren Stromverbrauch pro Kopf 2014 deutlich über dem Bundesdurchschnitt lag, liegen in Bayern. In Passau kamen die Stromzähler auf durchschnittlich 2.004 kWh pro Einwohner. In Bamberg, Hof, Staubing, Bayreuth und Trier waren es mindestens 1.900 kWh. Interessant: Auch die anderen 8 „ Stromverschwender-Städte, darunter Oberhausen, Gießen, Osnabrück und Lüneburg, befinden sich in Westdeutschland. Insgesamt liegen die 16 Kommunen 14 Prozent über dem gesamtdeutschen Durchschnitt.“

 

Die größten Stromsparer leben im deutschen Osten: Jena siegt.

 

Grafik: Preisvergleich.de

Deutschlands Stromsparer leben dagegen in den neuen Bundesländern. Auch das belegen die Zahlen. 12 der 19 Städte mit einem Vorzeige-Ergebnis liegen im Osten. „Spitzenreiter ist das thüringische Jena mit nur 1.314 kWh pro Kopf“, lobt die Umfrage von Preisvergleich.de.

Die Bürger in Erfurt, Freiburg i.B., Stuttgart, Heidelberg, Dresden und Rostock verbrauchen ebenfalls nur wenig Strom. „Mit Ingolstadt gibt es aber auch in Bayern Städte mit vergleichsweise geringem Stromverbrauch“, kommentiert das Portal, „Metropolen wie Hamburg oder Berlin verpassen den Einzug in die Stromsparer-Liste dagegen knapp.“

Aufschlussreich ist dabei ein Blick auf die Motive fürs Stromsparen. „ Offenbar hat Stromverbrauch nichts mit Stromkosten zu tun“, ziehen die Studien-Macher ihr überraschendes Fazit der Auswertung: „In Städten wie Passau, in denen die Bürger bis zu 21% mehr Strom verbrauchen, als der Rest der Republik, liegt das Jahresbruttoeinkommen mit 30.135 Euro etwas unter dem des deutschen Durchschnittsbürgers (30.349 Euro) – dennoch ist der Stromverbrauch hoch. Und selbst Bürger mit geringem Einkommen, wie in Trier, Heide oder Lüneburg, sind auf der Liste der „Stromverschwender vertreten, obwohl das Jahreseinkommen 35% unter dem Bundesdurchschnitt liegt.“


pit

 

 

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