
Algenblüte versenkt CO₂ am Meeresgrund Wissenschaftler des Alfred Wegener Institutes für Polar und Meeresforschung haben eine neue Methode entwickelt CO₂ zu binden. Bereits 2004 fuhr ein internationales Team um Prof. Smetacek vom Alfred Wegner Institut ins Südpolarmeer. An Bord ihres Forschungsschiffes, der Polarstern, hatten sie sieben Tonnen Eisensulfat.
Dieses Eisen kippten sie nach ihrer Ankunft in einen 150 Quadratkilometer großen Ozeanwirbel. Ziel der Forscher war es, eine künstliche Kieselalgenblüte zu forcieren. Diese Algen brauchen für Wachstum CO₂, das sie aus dem Meerwasser aufnehmen. Im Verlauf von fünf Wochen beobachteten die Wissenschaftler anschließend, wie die Kieselalgen erblühten, starben und absanken. Dabei riss es über 50 Prozent der kleinen Algen mindestens 1.000 Meter tief in ihr feuchtes Grab. „Dies deutet darauf hin, dass ein Teil des Kohlenstoffs der Algenblüte über Zeitskalen von mehr als hundert Jahren im tiefen Ozean und in den Sedimenten am Meeresboden gespeichert werden kann“, meinte Prof. Smetacek. Gegenüber dem Guardian wies er außerdem auf das Geoengineering-Potential der Eisendüngung hin. Bis zu 1 Gigatonne CO₂ pro Jahr könne so im Ozean begraben werden. Geoengineering, ein kontroverses Forschungsgebiet, das darauf zielt mittels technischer Mittel den Klimawandel abzumildern.
Kritiker zweifeln nicht nur an der Durchführbarkeit von Prof. Smetaceks Projekt im großen Stil, sondern am Erfolg des Geoengineerings im Allgemeinen. Erst kürzlich zeigten Wissenschaftler des MPI für Meteorologie in einer Studie, dass Geoengineering den Klimawandel nicht stoppen kann. „Selbst wenn wir es schaffen, die Temperatur über die gesamte Zeitdauer konstant zu halten: Durch Geo-Engineering erzeugen wir ein anderes, neues Klima“ sagt Hauke Schmidt vom MPI. Auch der lange Abstand zwischen Durchführung und Veröffentlichung der Studie des Alfred Wegener Institutes ist ein Hinweis auf die Unstimmigkeiten im Gebiet des Geoengineerings. Die einzig wirklich zuverlässige Methode zur Rettung des Klimas scheint also weiterhin die Emissionsreduzierung zu sein.
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