DUH-Dienstwagencheck: Hamburg und Grüne vorn

18 Grüne und 28 Rote Karten beim siebten Dienstwagen-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Einmal im Jahr schaut die DUH deutschen Politikern, Ämtern, Unternehmen oder kirchlichen Würdenträgern unter die Motorhaube. Diesmal standen die Stahlkarossen von insgesamt 171 Bundes- und Landesministern auf dem Prüfstand.

 

Als „akzeptabel“ setzte die DUH heuer den 2012 festgesetzten EU-Grenzwert von 130 Gramm CO2-Ausstoß pro gefahrenen Kilometer (g CO2/km) fest. Wer sich in diesem Bereich oder darunter einpendelte, erhielt zur Belohnung die Grüne Karte- wer darüber lag, wurde mit der Gelben Karte „verwarnt“ und der „Platzverweis“ erfolgte ab einer Grenzüberschreitung von 40 Prozent bei 175 g CO2/km oder mehr.

Foto: Wikimedia commons/Lavinia.stana

Die Ergebnisse der diesjährigen Erhebung sind zwiespältig. Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH erläutert: „Wir stellen fest, dass die durchschnittlichen CO2 -Emissionen der Politiker-Limousinen seit dem Start unserer Erhebungen im Jahr 2007 deutlich schneller zurückgehen als die Emissionen aller in Deutschland neu zugelassenen Pkw.“ Dies galt zum Beispiel für den Hamburger Senat, mit dem erstmals ein ganzes Landeskabinett den zulässigen EU-Grenzwert unterschritt „Dieser erfreuliche Trend kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine große Mehrheit der Spitzenpolitiker nach wie vor mit übermotorisierten Limousinen unterwegs ist.“, so Resch weiter.

 

Grüne parteiintern an der Spitze

 

Mit durchschnittlichen 168 g CO2/km liegt das Bundeskabinett zwar noch immer weit über den Hamburger Emissionen (128 g CO2/km), doch seit der ersten Erhebung im Jahr 2007 hat sich einiges gebessert; damals lag der Wert noch bei 252 g CO2/km.

 

Hochinteressant: Ordnete man die Politiker ihren Parteien zu, lagen die Grünen mit durchschnittlich 145 g CO2/km ganz vorne, die CDU/CSU ganz hinten (176 bzw. 177 g CO2/km). Hinter den Grünen ordneten sich die Linke, die SPD und die FDP ein.

Graphik: DUH

Bei den Flächenbundesländern liegt derzeit Schleswig-Holstein mit 144 g CO2/km an der Spitze. Niedersachsen löste mit 187 g CO2/km Bayern als Schlusslicht ab. Allerdings waren die Politiker hier noch mit dem Fuhrpark der schwarz-gelben Vorgänger unterwegs; die neue rot-grüne Landesregierung stellte Nachbesserungen in Aussicht. Umweltminister Stefan Weil ging bereits mit gutem Beispiel voran und ist seit neuestem mit einem Audi A3 unterwegs, der pro Kilometer nur 102 Gramm CO2 "frisst".

 

Keine Grüne Karte für Regierungschefs

 

Traurig: Kein einziges Mitglied des Bundeskabinetts und nicht ein Ministerpräsident konnte mit der Grünen Karte ausgezeichnet werden- die große Mehrheit sah heuer gelb. Bei den Ministerpräsidenten kletterten der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz (145 g CO2/km), Malu Dreyer (Rheinland-Pfalz, 148 g CO2/km) und Jens Börnsen (Bremen, 154 g CO2/km) auf das Treppchen, während die größten Klimasünder unter den Regierungschefs mit 277 g CO2/km in Hessen und mit je 221 g CO2/km in Nordrhein-Westfalen und Berlin saßen (Hannelore Kraft und Klaus Wowereit, beide SPD).

 

Das Fazit der DUH fällt zwiespältig aus: Einerseits träfen immer mehr Politiker eine klimabewusste Entscheidung bei der Wahl ihres Dienstwagens, zudem sei auch die entsprechende Auswahl bei den Herstellern gestiegen. Umso unverständlicher seien jedoch die Ausreißer nach oben, betonte Resch. „Es gibt für Politiker heute definitiv kein Argument mehr für den Einsatz von Klimakiller-Dinos als Dienstwagen“, meinte er.

 

Die detaillierten Ergebnisse zum DUH-Dienstwagencheck gibt’s hier. NISO

 

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