
Immer dünner und weniger: Das Eis der Arktis war im Herbst des Vorjahres 36 Prozent kleiner war als zur gleichen Zeit in den Jahren 2003 bis 2008. Von damals rund 12.000 Kubikkilometer schmolz es auf nur noch 7.600 Kubikkilometer.
Forscher des Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung beobachten die Eisfläche rund um den Nordpol der Erde seit Jahren mit ihrem ESA-Eisdicken-Satelliten CryoSat-2. Seine Daten aus dem All liefern dem internationalen Team Material, das diese mit Beobachtungen eines ehemaligen NASA-Satelliten sowie mit den Ergebnissen der Meereis-Untersuchungen des Alfred-Wegener-Institutes und des Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung vergleichen. Sie veröffentlichen ihre aktuelle Studie in der Online-Ausgabe des Fachmagazins Geophysical Research Letters.
Satellit tastet Nordpol ab und berechnet Eisfläche
Von Bord des Forschungsschiffes Polarstern startete Stefan Hendricks mit Helikoptern, um mit einem Meereisdicken-Sensor über eine Strecke von mehr als 3.500 Kilometer die Dicke des verbliebenen Eises zu vermessen. Mit diesen dabei gesammelten Daten konnten sie anschließend jene des CryoSat-2-Satelliten eichen.
„Der Satellit verfügt über einen Radar-Abstandsmesser, der erfasst, wie groß der Abstand zwischen der Eisoberfläche und dem darunterliegenden Meerwasser ist“, beschreiben die Wissenschaftler ihre Studie, „CryoSat-2 umkreist die Erde zudem auf einer Umlaufbahn, die ihn dichter an den Nordpol heranführt als jeden seiner Vorgänger.“ Der 1.000 Meter breite Radar-Strahl des Erdtrabanten wandert dabei innerhalb eines Monats fast einmal über die Arktis und sammelt hoch aufgelöste Daten. Er durchdringt im Gegensatz zu CryoSats Vorgänger ICESat auch die Wolkendecke.

Dickes Meereis ist zum Teil schon ganz verschwunden
„Wir wissen jetzt, dass das CryoSat-Messverfahren gut funktioniert. Mit Hilfe des Satelliten ist es uns zum ersten Mal gelungen, eine nahezu vollständige Eisdicken-Karte der Arktis zu erstellen“, sagt Meereisphysiker Stefan Hendricks.
Die CryoSat-Daten aus den vergangenen zwei Jahren belegen, dass die Eisdecke in der Arktis im Herbst des Jahres 2012 etwa 36 Prozent und im Winter rund 9 Prozent kleiner war als in den gleichen beiden Zeiträumen in den Jahren 2003 bis 2008. Diese Einbußen führen die Wissenschaftler vor allem auf den Rückgang des drei bis vier Meter dicken, mehrjährigen Eises zurück. „Die CryoSat-Daten belegen, dass dieses dicke Meereis zum Beispiel in einer Region nördlich Grönlands, am Kanadisch-Arktischen Archipel sowie auch nordöstlich Spitzbergens verschwunden ist”, sagt Mitautorin Dr. Katharine Giles vom University College London.
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