Energie: Wie Solar-Fabriken das Klima verändern

Screenshot: Lancaster University

Den Einfluss von Solarparks auf das Klima der Region haben jetzt weltweit erstmals Wissenschaftler der britischen Lancaster University untersucht. Studien-Leiterin Alona Armstrong: „Mit der Energiewende gibt es immer mehr großflächige Sonnenstrom-Fabriken – aber niemand weiß bislang, ob und wie sich das Aufstellen der Module auf das kleinräumige Klima auswirkt.“

Mit Ihren Kollegen und Studierenden am Centre for Ecology and Hydrology der Universität prüfte sie die Bedingungen auf einem Soplarpark nahe Swindon. Ein ganzes Jahr lang maßen die Wissenschaftler Temperaturen, beobachteten die Vegetation, kontrollierten das Mikroklima oder zählten Tier- sowie Pflanzenarten oder bestimmten die Niederschlagsmengen.

 

PV-Anlagen auf immer mehr Flächen verändern Landnutzung

 

Jetzt veröffentlichten sie die Ergebnisse in einer ersten Studie.

Armstrong: „Gerade weil in vielen Ländern erneuerbare Energien stark gefördert werden, um eine CO2-freie Energie-Produktion voran zu treiben, ist es dringend erforderlich, dass wir endlich wissen, wie sich die immer neuen und große Flächen bedeckenden Solarfarmen selbst auf das Klima und die Landschaft auswirken können.“

Eines der ersten Ergebnisse: Wo PV-Anlagen die ehemaligen Äcker und Wiesen bedecken, sinkt die Temperatur um bis zu 5 Grad Celsius. Im Schatten der Module gedeiht andere Vegetation als auf den zuvor besonnten Flächen und auch der Wasserhaushalt verändert sich, weil der Regen nicht mehr direkt auf die Erde trifft.

 

Solarfabriken: Mikroklima ändert Pflanzen- und Wassermanagement

 

Das gibt den Wissenschaftlern wichtige Hinweise, wie Landwirte oder Landmanager in Zukunft ihre Arbeitsweisen an die Sonnenstrom-Fabriken angleichen sollten. So können Bauern nun Pflanzen anbauen, die eher im Schatten wachsen und dort dennoch Früchte tragen. Wasser, das über die Module rinne, so Armstrong, könnten sie auffangen und zur Tröpfchenbewässerung nutzen.

Die Untersuchung nannte Armstrong wichtig: Strom aus solchen klimafreundlichen Anlagen brauche zur Erzeugung pro Energieeinheit mehr Platz als konventioneller, aber klimaschädlicher Strom. „Wenn wir auf erneuerbare Energie setzen, müssen wir uns auch auf eine veränderte Landnutzung einstellen und wissen, was wir dann und warum wir es tun müssen.“


pit

 

 

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