Erschreckende Klimabilanz – Doha muss handeln

Foto: flickr/caritasSTP

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und die Europäische Umweltagentur (EUA) schlagen mit ihren Klimaberichten Alarm. Ein neues globales Klimaschutzabkommen ist notwendig. UNEP und EUA appellieren an die Staaten, auf dem Weltklimagipfel in Doha wirksamere Ziele und Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen zu vereinbaren.

 

Der „Emissions Gap Report 2012" der UNEP zeigt, dass die bisher von rund 60 Staaten zugesagten Emissionsreduktionsziele nicht ausreichten, um die sogenannte "Zwei-Grad-Grenze" zu halten, bei der die Erderwärmung noch beherrschbar bliebe. Sowohl der UNEP-Bericht wie auch der EUA-Bericht „Klimawandel, Auswirkungen und Gefährdungen in Europa 2012“ rechnen mit einer Erwärmung von bis zu 5 Prozent.

 

Die Auswirkungen wären katastrophal. Die Weltgemeinschaft wird mit extremen Wetterereignissen, wie Hitzewellen und Kälteeinbrüche kämpfen müssen. Mehr Menschen werden auf Grund der extremen Temperaturen sterben.

Mücken oder Zecken werden in neue Gebiete vordringen. Die dort lebende Gesellschaft wird mit neuen Krankheiten konfrontiert.

Der Meeresspiegel wird höher ansteigen, wie bisher erwartet. Überschwemmungen und Hochwasser in nördlichen Gebieten, sowie Dürre und Trockenheit in südlichen Regionen sind allein in Europa deutlich zu sehen und werden verstärkt auftreten. Das letzte Jahrzehnt war das wärmste in Europa registrierte.

 

Die Welt steht unter Zeitdruck

 

Der Vorsitzende des „Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland“ (BUND) Herbert Weiger warnt: "Die Welt gerät unter Zeitdruck. Auf ein neues globales Klimaschutzabkommen darf nicht länger gewartet werden. Liefern müssen vor allem die Industriestaaten. Sie müssen vorangehen und in Doha eine zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls beschließen".

 

Dazu ist es dringlich, dass mehr Länder als bisher die Beschlüsse unterzeichnen und umsetzen. Vor allem Klimasünder, wie arabische und asiatische Staaten sollten in Doha ihre Verantwortung erkennen. Die Länder müssen auf der Weltklimakonferenz vom 26. November bis zum 7. Dezember unbedingt strengere Vorschriften zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen durchsetzen.

 

Christiana Figueres, Executive Secretary der UN Framework Convention on Climate Change meint: „Es ist höchste Zeit zu handeln. Noch gibt es technische Möglichkeiten und politische Lösungen, die „Zwei-Grad-Grenze“ zu halten.“

 

Der UNEP-Bericht stellt klar, dass die Maßnahmen des Kyoto-Protkolls nicht ausreichen werden, um den Klimawandel in den Griff zu bekommen. Das Kyoto-Protokoll wurde nur von rund 60 Staaten unterzeichnet. Um ein effektives Regelwerk gegen immer stärker wachsende globale CO2-Ausstöße zu schaffen, bedarf es der Teilnahme sämtlicher Industriestaaten.

 

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