
„Die EU hat das Ziel aufgegeben, den Klimawandel einzudämmen“, kommentiert Hubert Weiger als Chef des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) den EU-Kompromiss, die Emissionen in Europa bis 2030 um nur mindestens 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu verringern. Sein Urteil: Das sei „kein angemessener Beitrag“ zum Klimaschutz.
Nach Ansicht der Umweltschützer sind nämlich genau die kommenden 15 Jahre die wichtigsten im Kampf gegen den drohenden Klimakollaps der Erde. Sie argumentieren, „Europa hätte seine Emissionen bis 2030 um mindestens 60 Prozent reduzieren müssen, um seinen Teil zur Verhinderung der globalen Erwärmung über zwei Grad zu leisten“.
BUND-Kritik am neuen Klimapaket der Staats- und Regierungschefs
Im Beschluss der EU-Staats- und -Regierungs-Chefs sehen sie daher eine „Beschädigung“ der internationalen Klimaverhandlungen, die 2015 in Paris ein neues Nachfolgeabkommen unterschriftsreif verhandeln wollen. „Das ist der erste Sargnagel für das internationale Klimaabkommen“, kommentiert Weiger: „Wenn Europa seinen Teil zur Reduktion der Treibhausgase nicht beiträgt, haben es andere Länder leicht, sich auch aus der Verantwortung zu stehlen.“
Anstatt für eine drastische Reduktion der Emissionen, einen vehementen Ausbau der erneuerbaren Energien und deutliche Maßnahmen zur Energieeinsparung zu votieren, hätten sich die Staats- und Regierungschefs für eine weitere Epoche fossiler Energien und klimaschädlicher Emissionen entschieden, betont der Verband in einer Pressemeldung zum EU-Klimaschutz.
Die schwachen Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Energieeffizienz (jeweils mindestens 27 Prozent) werden nach Einschätzung des BUND grüne Wachstumsmärkte beschränken und Entwicklungen Richtung mehr Energieeinsparung blockieren. Bei der Effizienz bedeute das Ziel von mindestens 27 Prozent nicht einmal eine Fortführung der bisherigen Politik, sondern signalisiere, dass ruhig mehr Energie verschwendet werden könne. „Die Abhängigkeit Europas von Energieimporten und fossilen Energiequellen wird durch dieses Klimapaket zementiert und der Emissionshandel als zentrales EU-Klimaschutzinstrument weiter ad absurdum geführt“, sagte Weiger.
red
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