
Kein Ende des Schreckens in Fukushima. Auch fast zwei Jahre nach der Katastrophe im Atomreaktor der japanischen Stadt ist Entwarnung weiter ein Fremdwort. „Fukushima schlecht dekontaminiert“, titelt etwa der News-TV-Kanal n-TV eine aktuelle Nachricht über den Stand der Aufräumarbeiten, „Kinderspielplatz strahlt und strahlt.“
Die Deutsche Presseagentur (dpa) meldet: Ausgerechnet in Wohngebieten der japanischen Stadt gäbe es zwei Jahre nach Beginn der Katastrophe noch immer stark verstrahlte Stellen. Die Menschen der knapp 250.000 Einwohner zählenden Provinzstadt nördlich von Tokyo seien „teils extrem hoher radioaktiver Strahlung ausgesetzt“.
Messungen der Umweltorganisation Greenpeace zeigen laut einem Bericht des Magazins Stern in dessen Onlineausgabe, dass auf Strahlenmessgeräten auch heute noch über 10 Mikrosievert pro Stunde gemessen werden. Zur Einordnung des Werts kommentiert Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital: „In Deutschland mit einem Grenzwert von einem Millisievert im Jahr wäre die Belastungsgrenze schon nach etwa vier Tagen erreicht.“

Es sei unverständlich, „dass der Staat in evakuierten Landstrichen einen enormen Aufwand treibe, um auf bewaldeten Berghängen und verlassenen Grundstücken die Strahlendosis zu senken“, zitiert n-TV den Greenpeace-Fachmann, solange andererseits auf einem Parkplatz am Bahnhof von Fukushima sogar Werte von 40 Mikrosievert gemessen würden.
Kritik an Fukushima-Dekontaminierung
Laut einer Meldung der dpa wies das japanische Umweltministerium diese Kritik zurück. „Wir als Staat übernehmen die höher verstrahlten Gebiete“, zitiert Stern-Online den für Dekontaminierung zuständigen Beamten Shota Kato, „weil man für die Dekontaminierung solcher Gebiete mehr Aufwand braucht.“
In Fukushima dagegen sei die örtliche Verwaltung für die Beseitigung der strahlenden Erblast des Atomunfalls im Kernreaktor zuständig. Sie seien angewiesen worden, sagte Kato laut Nachrichtenagentur, die „Stellen, wo sich viele Kinder aufhalten, mit Vorrang zu dekontaminieren“. Der Umweltbeamte ist sich sicher: „Und es wird auch meistens so gemacht.“
Nach dem schweren Erdbeben am 11. März 2011 waren mehrere Zehntausend Menschen aus der Region um den havarierten Reaktorblock zwangsevakuiert worden. Fatalerweise stellte sich im Nachhinein heraus, dass dabei einige der vermeintlich sicheren Orte stärker verstrahlt als diejenigen, deren Bewohner flohen.

Strahlen-Gefahr in Japan verharmlost
Die Behörden in Japan versuchen die Dramatik der Lage nach wie vor zu beschönigen. Die Atomruine sei, zitiert sie die Nachrichtenagentur, „nach Aussagen des Betreibers und des Staates inzwischen unter Kontrolle“.
Auch die Strahlenbelastung wird offiziell eher als niedrig dargestellt. Es sei „von einer nur niedrigen Strahlenbelastung“ die Rede, die keine gesundheitlichen Folgen habe.
„Erste Fälle von Schilddrüsenkrebs unter Kindern seien nicht auf den GAU in Fukushima zurückzuführen“, zitiert dpa die Behörden Nippons.
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