
Zur Kühlung der zerstörten Reaktoren des Kernkraftwerks Fukushima in Japan wird laufend Wasser hineingepumpt. Gleichzeitig sickert Grundwasser in die Reaktorkeller und vermischt sich dort mit dem verstrahlten Kühlwasser. Millionen Liter radioaktiv verseuchtes Wasser fließen so täglich in den Pazifik. Dies will der Betreiber TEPCO jetzt stoppen und startete am Montag mit dem Bau einer sogenannten „Icewall“. Damit soll der Boden gefroren werden und somit kein Wasser mehr durchlassen. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass Grundwasser sich mit dem Kühlwasser vermischt.
Diese Eiswand besteht aus 30m langen Röhren, die im Abstand von 1 Meter in den Boden gerammt werden. Sie müssen permanent auf unter -30°C gekühlt werden. Das umliegende Erdreich gefriert dann und ist so zu sagen „wasserdicht“. Knapp 1,5 Km lang soll die Eiswand werden und alle Reaktorgebäude umschließen. Angelegt ist das Projekt auf 7 Jahre. Laut Japan Daily Press soll sie 2015 fertig sein. Es dauert dann aber noch Monate bis der Gefrierprozess abgeschlossen ist.

Masashi Kamon, emeritierter Professor der Kyoto University und vertraut mit dieser Art der Erdgefrierung sagte der Japan News:
“Da gibt es noch einen Berg von Herausforderungen, zum Beispiel die Korrosion der gefrorenen Röhren und die anfallenden Stromkosten. Sie sollten Alternativen diskutieren, bei denen man verschiedene Methoden kombinieren kann.”
Wie auch immer, Kritiker sehen in diesem 313 Millionen Dollar Projekt (nur die Erstellungskosten) wieder neue Probleme auf TEPCO zukommen. Bisher wurden „Eiswände“ nur für kurze Zeit eingesetzt, ein solcher Langzeiteinsatz hat es weltweit noch nicht gegeben.
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