
Der Held von Fukushima ist tot. Ex-AKW-Direktor Masao Yoshida starb jetzt in einem Krankenhaus der japanischen Hauptstadt an Speiseröhrenkrebs. Yoshida hatte nach der Havarie des Kraftwerks am 11. März 2011 gegen den Willen seines Arbeitgebers Tepco die Kühlung des Reaktorblocks mit Meerwasser angeordnet und damit wohl viele Menschenleben gerettet.
Die Krebserkrankung, das sagten jetzt Strahlenexperten in Japan, sei kaum ursächlich für den Tod des Ingenieurs. Obwohl Yoshida während seiner Rettungsaktion im Kraftwerk Fukushima mit einer hohen Dosis verstrahlt worden sei, reiche die nicht aus, diese Krankheit zu begründen.
AKW-Unfall: Meerwasserkühlung rettete Menschenleben
Masao Yoshida gilt in Nippon als Held, weil er sich entgegen aller japanischen Tradition und Arbeitsmoral über den Willen seiner Vorgesetzten hinweg setzte, als er einen Tag nachdem der Tsunami das AKW überrollte und die Generatoren beschädigt hatte, seine Mitarbeiter aufforderte, die Reaktorblöcke mit Wasser aus dem nahen Pazifik abzukühlen. Damit, das bestätigen heute Untersuchungsberichte, habe er eine noch schlimmere Katastrophe verhindert.
In einem Porträt des Ingenieurs würdigt die Online-Ausgabe der Wochenzeitung Die Zeit dieses „eigenmächtige Handeln“: „Yoshida entschied sich für einen Schritt, der in japanischen Unternehmen normalerweise undenkbar ist: 'Tut so, als ob ihr nichts von dem hört, was ich euch jetzt sagen werde', soll er seinen verbliebenen Mitarbeitern im Kraftwerk gesagt haben, die gemeinsam mit ihm (vergeblich) gegen die Kernschmelzen kämpften. Wir werden weiterhin Meerwasser in die Reaktoren pumpen.“
pit
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