
Deutsche AKW - doch nicht so sicher wie immer behauptet: Nach Informationen der Atomkritiker von ausgestrahlt.de könnten die Innenminister der Bundesländer die Evakuierungszonen um die Meiler „von 10 auf 20 Kilometer Radius ausdehnen“ und auf Empfehlung der Strahlenschutzkommission des Bundes künftig auch Jodtabletten für alle Bundesbürger bunkern, um sie im Ernstfall vor Schilddrüsenkrebs zu schützen.
Die dramatischen Beschlüsse, so die Kernkraft-Gegner könnten die versammelten Minister schon auf ihrem kommenden Treffen, das vom 4. bis 6. Dezember in Osnabrück stattfindet, treffen. Für die Aktivisten ist dies „eine erste Konsequenz aus dem Super-GAU im japanischen AKW Fukushima“. Die angebliche Empfehlung der amtlichen Strahlenschützer für Deutschland bedeute, dass die Evakuierungsgebiete um die AKW „viermal größer“ werden: „Damit wohnen bundesweit 2,5 Millionen Menschen statt nur 430.000 Einwohner in möglichen Evakuierungsgebieten.“
Deutsche AKW viel gefährlicher als Behörden und Politiker bisher zugeben
Für die Menschen in den Zonen um die Reaktoren heißt das: Sie müssen im Ernstfall den 20-Kilometer-Radius um das AKW innerhalb von nur 24 stunden verlassen, wenn die Strahlenbelastung einen bestimmten Grenzwert übersteigt. „Den jetzigen Wert hält die Kommission für viel zu hoch“, sagt ausgestrahlt-Presssprecher Jochen Stay: „Umgesiedelt werden soll künftig die Bevölkerung aller Gebiete, in denen mit einer jährlichen Strahlenbelastung von mehr als 50 Millisievert in Folge des radioaktiven Fallouts zu rechnen ist. Bisher gelten 100 Millisievert pro Jahr als zumutbar.“
Welche Konsequenzen jedoch eine Angleichung dieses Grenzwerts hätte, schildert Stay recht dramatisch: „Die Halbierung des bisherigen Grenzwerts hätte zur Folge, dass bei einer Freisetzung radioaktiver Stoffe weit größere Gebiete – auch außerhalb der Evakuierungszone – dauerhaft geräumt werden und weit mehr Menschen umsiedeln müssten als nach der bisherigen Regelung.“

Den Grund für diese nun offenbar anstehende Korrektur in den Sicherheitsplänen bringt der ausgestrahlt-Sprecher auf den Punkt: „Atomkraftwerke sind viel gefährlicher, als Behörden und AKW-Betreiber bisher behauptet haben.“
Er fordert daher, die neun noch immer laufenden Atomkraftwerke viel schneller abzuschalten, als es das Atomgesetz bisher vorsehe. Stay: Das würde nicht nur das Atomrisiko deutlich senken, sondern auch der Energiewende nützen. Denn jedes AKW, das vom Netz geht, verbessert die Situation der Gaskraftwerke, die derzeit reihenweise stillgelegt werden, obwohl wir sie als flexible Ergänzung der erneuerbaren Energien dringend brauchen.“
Die jetzt angeblich vorgesehene Änderung beim Katastrophenschutz reicht den Aktivisten jedoch noch nicht aus. In Japan liege, so ausgestrahlt.de der Grenzwert für Umsiedlungen bei 20 Millisievert im Jahr, in Tschernobyl hätten die Behörden sogar schon ab 5 Millisievert Menschen umgesiedelt. Nach einer Untersuchung des Bundesamtes für Strahlenschutz müssten, schreibt ausgestrahlt.de, „bei der Anwendung des japanischen Grenzwertes die Menschen sogar noch in 170 Kilometer Entfernung vom AKW umgesiedelt werden“.
Luftballons sollen Ausbreitung der Strahlung symbolisch verdeutlichen
Am Samstag, 16. November, lassen Atomkraftgegner am AKW Isar um fünf Minuten vor Zwölf 500 Luftballons starten, an denen Rückmeldekarten hängen. Damit wollen die Bürgerinitiativen ermitteln, wie weit sich die radioaktiven Stoffe bei einem Störfall ausbreiten. Die Fundorte werden auf einer Landkarte im Internet veröffentlicht.
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