
Die Klimakonferenz im Dezember 2015 in Paris hat ein deutliches Signal gegeben: Die Zeit der Fossilen Kraftstoffe ist vorbei, die Zukunft gehört den grünen Energien.
Der Klimagipfel war vor allem ein Erfolg für die Solarenergie, wie zahlreiche Beobachter urteilten. Denn als die am weitesten ausgereifte grüne Technologie soll dem Solarstrom bei der Energiewende eine Hauptrolle zukommen.
Um das zu bekräftigen, hat sich auf der Klimakonferenz der Global Solar Council (GSC) gegründet. Der Verband soll die Interessen der weltweiten Solarbranche vertreten und den Ausbau der Solarenergie schneller vorantreiben. Der GSC fasst als Dachverband die bereits existierenden Solarverbände auf globaler Ebene zusammen: 17 internationale Solarverbände sind bereits beigetreten, unter anderem SEIA, MESIA, Solar Power Europe und der deutsche Bundesverband Solarwirtschaft.
Solarenergie soll den Energiemix anführen
Die Ziele des Verbandes sind ehrgeizig. Zum einen geht es darum, in der Öffentlichkeit für Solarenergie zu werben und ein breites gesellschaftliches Bewusstsein für den Energiewandel zu schaffen. Zum anderen geht es um handfeste politische und wirtschaftliche Ziele. Solarenergie soll eine führende Rolle im neuen Energiemix übernehmen. Die beste Strategie, um in dieser Sache voranzukommen, sieht der Global Solar Council in einem breiten Bündnis über partikulare Einzelinteressen hinweg.
So unterzeichnete man gleich im Gründungsakt ein gemeinsames Memorandum of Understanding mit der International Solar Allianz, die ähnliche Ziele verfolgt und vor allem von Indien unterstützt wird. Deren Terrawatt-Initiative wirbt seit einigen Jahren international für das Ziel, die globale Fotovoltaik-Leistung bis 2030 um ein zusätzliches Terrawatt auszubauen. Und auch in der Besetzung des Global Solar Councils zeigt sich, dass man bereit ist, wirtschaftliche Einzelinteressen hintenanzustellen. So wurde mit Jifan Gao, dem SEO des chinesischen Fotovoltaik-Konzerns Trina Solar, auch explizit die chinesische Solarindustrie eingebunden, die sich mit der europäischen (und speziell der deutschen) alles andere als grün ist.
Deutschland und China ziehen an einem Strang
Die chinesischen Hersteller werden auf dem europäischen Markt derzeit mit hohen Strafzollen belegt, um ein Preisdumping zu verhindern, mit dem Europa nicht mithalten könnte. Trina Solar, der größte chinesische Hersteller von Fotovoltaik-Anlagen, hat diese Zölle jüngst als „wettbewerbsverzerrend“ bezeichnet und die entsprechenden internationalen Vereinbarungen aufgekündigt. Trina Solar produziert auch außerhalb der Volksrepublik China und will nun über die Drittländer die Zölle umgehen, um den europäischen Markt zu erobern. Ein mehr als bedrohliches Szenario für die deutsche Industrie, die sich gerade erholen und Stellen aufbauen konnte. Umso wichtiger, dass die Konfliktparteien nun dauerhaft an einem Tisch zusammenkommen. Von einer gemeinsamen Vertretung profitieren am Ende alle – ganz besonders die Umwelt.
Lukas Nekher
Lesen Sie auch:
Scheinbar Einigung im Solarstreit mit China

Sarah Baker Foto: LLL/flickr CC
Wissenschaftler am Lawrence Livermore Forschungslabor haben nicht nur den Schlüssel gefunden, mit...

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Pexels
Superbowl: In der Nacht des Football-Endspiels der besten Teams verzehren die Zuschauer – im...

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Arek Socha
Neue, Idee für die Energiewende: Wissenschaftler der City University Hongkong entwickelten einen...
Foto: Pressenza (CC BY 4.0)
Die Organisationen IALANA, IPPNW und ICAN weisen anlässlich des Tages der Menschenrechte auf den...

Foto: ZDF / Martin Kaeswurm
Der amerikanische Finanzinvestor Blackrock verwaltet im Auftrag seiner Kunden über sechs Billionen...

Screenshot: gunther-moll.de
Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...