Greenpeace will Braunkohle-Werke übernehmen

Foto: Wikimedia CC BY-SA 3.0/RaBö

Paukenschlag in Schweden: Greenpeace will das Braunkohle-Geschäft von Vattenfall kaufen! Umweltschützer-Chefin Annika Jacobson schrieb in einem Brief an eine US-Investmentbank: „Vi vill köpa brunkolet.“ Anschließend will Greenpeace den Tagebau dicht machen.

Wieder überraschen die Regenbogen-Kämpfer Politik und Wirtschaft mit einer ausgeklügelten Idee. Politiker und Manager können sich seit langen und trotz zähem Ringen nicht auf einen Ausstieg aus der besonders Braunkohleförderung und -verstromung einigen, um damit die Atmosphäre deutlich von zusätzlichen CO2-Emissionen zu entlasten und so das Klima zu schützen.

Jetzt macht Greenpeace offenbar kurzerhand Nägel mit Köpfen.

 

Greenpeace macht Klimapolitik und kauft Braunkohle-Tagebau

 

Laut einem Bericht der Welt dürften die Umweltschützer von Greenpeace Nordic kaum Probleme bekommen, das Geld für den Deal aufzutreiben. Nach Ansicht von Markt-Analysten sei derzeit zweifelhaft, „dass Vattenfall bei einem Verkauf – an wen auch immer – überhaupt irgendeinen Buchgewinn realisiert“.

Zum Deal gehören laut der Zeitung „ein halbes Dutzend Braunkohletagebaue und -kraftwerke“. Die Welt schreibt: „Nach Angaben von Vattenfall steht immerhin das gesamte Geschäft der Braunkohleverstromung und des Braunkohletagebaus in Deutschland zum Verkauf. Dazu gehören die riesigen Kraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe in Brandenburg, Boxberg und Block R der Anlage Lippendorf in Sachsen sowie die dazugehörigen Tagebaubetriebe in der Lausitz.“

 

50.000 Unterschriften für den Vattenfall-Deal von Greenpeace

 

„Auch zehn Wasserkraftwerke nicht weit vom Braunkohlerevier in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt stehen zum Verkauf. Bislang verhandelt Vattenfall dem Vernehmen nach mit tschechischen Energiekonzernen sowie ausländischen Finanzinvestoren. Über den Wert der Anlagen gibt es keine offiziellen Zahlen. Spekulationen zufolge könnte der Buchwert der Braunkohlesparte aber zwischen drei und fünf Milliarden Euro liegen“, schreibt die Zeitung weiter. Die Umweltschützer fühlen sich für den Deal bereit: 50.000 Menschen unterstützten den Kraftwerkskauf mit ihrer Unterschrift in Schweden. Greenpeace wolle, so betont die Organisation auf ihrer Website, damit Verantwortung für den Klimaschutz übernehmen, wo sich die schwedische Regierung nicht traue.

 

8.200 Arbeitsplätze und ein Viertel des deutschen Stroms betroffen

 

Foto: Wkiki Haloorange

Angesicht der hohen Folgekosten und des zunehmend unwirtschaftlicheren Geschäfts mit der Braunkohle, vermutet das Blatt, bleibe Vattenfall kauzm anderes übrig als die Sparte „praktisch zu verschenken.

„Es geht aber auch um 8.200 Arbeitsplätze. Mit diesem Argument hatte Gewerkschaftsboss und SPD-Mitglied Michael Vassiliadis den Bundeswirtschaftsminister in die Schranken gewiesen. Mehrere Tausend Mitglieder hatten dafür mit Pfeifen, Trommeln und Transparenten in Berlin demonstriert.

Zudem hingen an der Braunkohle nach Gewerkschaftsangaben mehr als 15.000 indirekt betroffene Jobs. Und noch liefert der fossile Brennstoff etwa ein Viertel des deutschen Stroms.

Die Gewerkschaft in Deutschland misstraut der Offerte der Umweltschützer. Sie nennt die Organisation „Heuschrecke neuer Art“ und fürchtet im Gespräch mit der Welt das Angebot könne „nicht mal ein schlechter Scherz“ sein.


pit

 

 

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