Hiobsbotschaft: deutsche Atommüll-Fässer undicht

Atommüll-Debatte Grafik: ausgestahlt.de

Leider keine gute Nachricht: „Fast 2.000 entdeckte Fälle von verrosteten oder anderweitig beschädigten Behältern mit Atommüll an mindestens 17 Standorten“, ergaben Recherchen des NDR, die Aktivisten der Antiatom-Organisation ausgestrahlt jetzt öffentlich machen.

Damit macht das strahlende Erbe deutscher Nuklear-Kraftwerke gleich doppelt negative Schlagzeilen. Zuerst korrigierte die Bundesregierung die Menge des in Deutschland lagernden Strahlenmülls. Sie sucht für gut die zweifach Menge als bislang stets vorgerechnet einen Platz in einem sicheren Versteck. Zugleich brachten TV-Reporter das wahre Ausmaß der maroden Zwischenlager ans Licht: „Bundesweit an mindestens 17 Standorten“, rosten laut ausgestrahlt.de von den rund 85.000 Blechfässer mit strahlendem Müll „deutlich mehr“ vor sich hin - oder die Behälter sind „anderweitig beschädigt“!

 

Überall lagert Strahlenmüll oberirdisch in undichten Fässern

 

 

Die Zahlen lieferten Behörden. Betroffen sind, so die Aktivisten, „neben Atomkraftwerken auch Zwischenlager und Landessammelstellen“.

Noch sammle das Umweltministerium in Berlin Daten und Zahlen. Am schlimmsten schildern die Kontrolleure die Situation auf dem Gelände des Ex-Forschungsreaktors in Karlsruhe. „Hier fanden Prüfer bei Kontrollen mehr als 1.700 beschädigte Behälter mit radioaktivem Müll.“

Experten sehen in den jetzt bekannt gewordenen Zahlen die „Spitze des Eisbergs“. Atom-Experte Michael Sailer vom Ökoinstitut erwarte, schreibt ausgestrahlt.de „dass man bei genauerer Inspektion in verschiedenen Lagern weitere Korrosionen findet“. Und die Lage sei vermutlich dramatischer. „Die Einlagerung radioaktiver Abfälle wurde in der Vergangenheit oft falsch oder nur unzureichend dokumentiert“, so die Aktivisten, „die genaue Art und Zusammensetzung des strahlenden Mülls ist vielerorts unklar. Und wo Fässer dicht an dicht gestapelt sind, ist die Kontrolle sehr schwierig.“


pit

 

 

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