
Holzkohle im Boden hilft bei der Reduktion von Treibhausgasen- auch langfristig, sagen Wissenschaftler des britischen Centre for Ecology and Hydrology (CEH).
Den CEH-Forschern ging es um mehr Effizienz beim umstrittenen Anbau von Bioenergie-Pflanzen. Für die Erreichung des EU-Ziels „20 Prozent Erneuerbare Energien bis 2020“ sei dieser unabdingbar. Doch er hat noch mehr drauf: „Bioenergie-Böden“ speichern im Vergleich zum „Normalacker“ deutlich mehr Treibhausgase, da sie nicht jährlich gepflügt werden und damit „ungestörter“ sind.
In einer Langzeitstudie untersuchten die Wissenschaftler Chinaschilffelder und stellten fest: Der Zusatz von Holzkohle scheint den Effekt der Bodenspeicherung noch zu verstärken. Die Reduktion der Treibhausgase CO2, Lachgas und Methan lag im Freiland 37, im Labor gar 55 Prozent niedriger als ohne Holzkohle. Bei dem Experiment handelte es sich um die ersten durchgeführten Versuche im Freien und über mehrere Jahre hinweg; aus dem Labor waren bislang nur Kurzzeitstudien bekannt gewesen.
90 bis 95 Prozent weniger Lachgas
Dr. Jeanette Whittaker, Co-Autorin der Studie erläutert: „Holzkohle bindet nicht nur Treibhausgase im Boden, sondern verringert auch die CO2-Veratmung der Mikroorganismen in der Umgebung. Deshalb sollten wir sie viel öfter nutzen- um die Nachhaltigkeit der Bioenergie-Felder weiter zu steigern.“ Ein weiterer Effekt: Unter dem Einfluss von Holzkohle setzt eingesetzter Stickstoffdünger 90 bis 95 Prozent weniger Lachgas frei. Dies zumindest ist das Ergebnis von Vorversuchen auf fruchtbarem, gedüngtem Ackerland unter der Federführung von Sean Case, CEH-Doktorand und Erstautor der Studie.
Die eingesetzte Kohle in den Versuchen stammte aus Holz- doch dies soll sich nach Ansicht der Forscher bald ändern. Mit Hilfe des sogenannten Pyrolyse etwa ließe sich aus organischem Material sowohl Biogas für Heizungen und Autos als auch Holzkohle gewinnen. „Grundsätzlich lässt sich Holzkohle aus so ziemlich allem herstellen“, so Whittaker, „vom Hausmüll bis zum Hühnermist.“ Die Auswirkungen dieser Technologien müssten jedoch noch genauer untersucht werden, bis sie im großtechnischen Maßstab eingesetzt werden könnten. NISO
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