In Deutschland lebt sich’s relativ risikoarm

Karte: WRB 2012

Die Schwächeren und Ärmeren trifft es wieder besonders hart: Der Weltrisikobericht, den das Bündnis Entwicklung Hilft jetzt vorstellte, listet vor allem Länder in Ozeanien, Südostasien, Afrika, Mittelamerika und der Karibik als Gefahrzonen auf. Im Ranking der 173 untersuchten Staaten landet Deutschland auf Platz 146.

Erdbeben, Überschwemmungen und Wirbelstürme treffen vor allem jene Menschen heftig, deren Infrastruktur, Wirtschaftskraft oder Gesellschaft ohnehin schwächer und anfällig sind. Sich im Zuge des Klimawandels häufende Naturkatastrophen verstärken sich dadurch deutlich.

Nach dem neuen Index, den Wissenschaftler der UN-Universität in Bonn erstellten, leben die Menschen auf der Mittelmeerinsel Malta oder in Katar am sichersten. Gefährlich ist das Leben vor allem in Staaten wie dem südpazifischen Archipel Vanuatu. Es droht vom Meer, das durch den Klimawandel ansteigt, verschluckt zu werden und liegt in einer Erdbebenzone.

 

Umweltzerstörung und Klimawandel stoppen ist Katastrophenschutz

 

Studienleiter Jörn Birkmann betont bei der Vorstellung des Weltrisikoberichts, es sei wichtig, als Präventionsmaßnahmen vor allem die weitere Zerstörung der Ökosysteme der Erde einzudämmen und den Klimawandel abzumildern.

„Wenn Korallenriffe zerstört, Mangrovenwälder abgeholzt und Flussläufe begradigt werden, ist nicht allein das jeweilige Ökosystem gefährdet. Auch Menschenleben sind bedroht“, heißt es im Risokobericht. „Denn Umweltzerstörungen erhöhen das Risiko, Opfer einer Katastrophe infolge eines extremen Naturereignisses zu werden: Wo schützende Riffe, Mangroven und Feuchtgebiete fehlen, treffen Naturgewalten mit ungleich größerer Wucht auf die bewohnten Gebiete“, betonen die Initiatoren des Berichts.

Die Empfehlungen zum Schutz des Ökosystems gehen weiter: So sei den Wissenschaftlern zufolge auch der Ausbau von Sicherungs- und Frühwarnsystemen dringend nötig, berichtet die Agentur Pressetext. Katastrophenhilfe und -vorsorge sowie Entwicklungsstrategien sollten zudem gefördert und verstärkt ineinander greifen, „um präventiv gegen Risikofaktoren anzugehen und die Zahl von Opfern durch Umweltkatastrophen einzudämmen“.

 

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