
Energieversorgung von übermorgen: Können wir - auch ohne Atomstrom und Braunkohle - allein mit regenerativen Stromquellen, ein jederzeit zuverlässig funktionierendes Stromnetz betrieben? Eine Antwort auf diese Fragen zu finden, blicken wir gen Osten: nach findet sich in Japan.
Nach der Katastrophe von Fukushima vor drei Jahren nahm das Land erst einmal sämtliche Atomreaktoren vom Netz. Seither kommt es immer wieder zu Engpässen in der Versorgung. Sie müssen schnell gelöst werden. Schließlich drängen die konservative Regierung sowie die Betreiber der Meiler trotz anhaltender Probleme bei den Aufräumarbeiten in Fukushima darauf, möglichst bald die Atomkraftwerke wieder hochzufahren.
Strom aus der Autobatterie
Ein Ansatz kommt nun ausgerechnet aus der nicht unbedingt für ihr Engagement im Umweltschutz bekannten Automobilbranche. Bereits seit 2012 zeigt nämlich Mitsubishi, wie Elektroautos die Lücken im Stromnetz füllen könnten. Dafür entwickelte der japanische Autobauer eine spezielle Powerbox, die bidirektionales Laden ermöglicht. Die Fahrzeuge tanken nicht nur Strom, sondern speisen ihn auch zurück in das Netz ein.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Die in den Autobatterien gespeicherte Energie fließt bei einem Energie-Egpass zurück ins Netz und bügelt Versorgungslücken somit aus.
Wer dann noch - zum Beispiel durch Solarpaneele - eigenen Strom gewinnt, macht sich völlig unabhängig können ganze Siedlungen völlig unabhängig von Stromkonzernen und damit auch vom verheerenden Atomstrom. Das zeigt ein seit zwei Jahren erfolgreich laufendes Projekt in Japan.
Auch deutsche Firmen testen die neue Technologie
Auch in Deutschland läuft seit April diesen Jahres ein vergleichbares Projekt. Lichtblick, Anbieter für Strom aus regenerativen Quellen, und der Automobilriese Volkswagen lassen Testkunden einen speziell ausgerüsteten e-up fahren. Dazu stellt die Firma SMA Solar Technology eine Wallbox zur Verfügung, die wie die Powerbox von Mitsubishi für bidirektionales Laden ausgelegt ist.
Ziel des vom Bund geförderten Projekts ist es zu erforschen, wie sich die Bedürfnisse der Fahrzeughalter mit den Anforderungen des intelligenten Stromnetzes, in das die Elektroautos eingebunden sind, vereinen lassen.
Mitsubishi lässt bidirektionales Laden in Serie gehen
Die Japaner sind jedoch einen Schritt weiter. Mit dem Mitsubishi Electric Vehicle und dem Plug-in-Hybriden SUV Outlander sind bereits die ersten serienmäßig bidirektional ladefähigen Fahrzeuge auf dem Markt. Dank eines Würzburger Forschungsprojekts wurde die Kapazität der Powerbox, die voraussichtlich Ende des Jahres lieferbar ist, von 1,5 auf 20 Kilowatt erhöht.

Damit steht Autofahrern, die über eigene Photovoltaik-Anlagen verfügen, nun die Möglichkeit offen, nicht nur ihr Fahrzeug mit umweltfreundlichem Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu betanken. Das Auto wird zudem gleichzeitig zum Pufferspeicher, um bei Bedarf das Haushaltsnetz zu unterstützen. Das volle Potential wird dieses Energieversorgungsmodell jedoch erst entfalten, wenn auch bei uns, wie heute schon stellenweise in Japan, ganze Gemeinschaften aus mobilen wie immobilen Ökostromerzeugern und –speichern sich zu einem größeren intelligenten Stromnetz zusammenschließen.
Autorin: Irma Hollander
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