09.10.2018

Diese Frage stellte der Philosoph und Publizist Richard David Precht in seiner Sendung dem Klimaforscher Prof. Hans Joachim Schellnhuber.
Seit 30 Jahren hören wir von der Wissenschaft, dass es einen von Menschen verursachten Klimawandel gibt. Von mal zu mal steigen die Werte, die Fakten und Gefahren werden immer deutlicher. In der zwischenzeit ist der Klimawandel, der immer noch von vielen geleugnet wird, sogar in unseren Breiten angekommen. Immer heißere Sommer, mehr Dürren und Ernteausfälle, steigende Meeresspiegel, schnell schmelzende Gletscher und schwerste Unwetter sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass das Klima sich wandelt.
Und doch passiert auch nach dem Pariser-Klimaabkommen von 2015 weltweit erschreckend wenig. Wir machen weiter wie bisher und hoffen, das der Kelch an uns vorüber geht. Doch das wird aller Voraussicht nicht passieren. Im Vorfeld der Klimakonferenz im Dezember in Polen ist gerade der IPCC-Sonderbericht zum 1,5-Grad-Ziel von Paris erschienen und fordert schnelle, weitreichende und beispiellose Änderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen. Gleichzeitig stellt er uns eine ganz wichtige Frage: Wieviel Klimawandel ist die Menschheit bereit zu ertragen und zu welchen Kosten?
Nicht nur der Sonderbericht macht uns gleichzeitig Hoffnung, wir könnten es noch schaffen. Auch der Klimaforscher Prof. Hans Joachim Schellnhuber äußert sich im Gespräche mit Richard David Precht dahingehend, dass der Klimawandel nicht mehr zu stoppen ist, aber es durchaus möglich wäre,
"dass die "Heißzeit" nicht eintritt, sondern dass wir in einer ziemlich warmen Zeit hängenbleiben, aber immerhin nicht aus dem Raum, in dem sich die Menschheit entwickelt hat, herausgestoßen werden."
Eine Voraussetzung dafür wäre, die natürlichen großen Senken für Kohlenstoff, die Regenwäldern und Ozeane, pfleglich zu behandeln. Am Ende des Gesprächs antwortet er auf die Frage, was er tun würde, wenn er in der Verantwortung für Deutschland stünde:
"Ich glaub das aller Wichtigste wäre, tatsächlich die Geschichte zu erzählen, dass man die Menschen einlädt dazu, so zu sagen bei der Rettung der Welt dabei zu sein und zwar nicht auf der Seite der Bösen, sondern auf der Seite der Guten."
Wer mehr zum Thema Klimawandel und Erderwärmung lesen mächte, dem sei das Buch "Selbstverbrennung - Die fatale Dreiecksbeziehung zwischen Klima, Mensch und Kohlenstoff" von Prof. Schellnhuber empfohlen. „Selbstverbrennung“ ist ein kurzweiliges Buch, trotz seiner mehr als 700 Seiten und ein alarmierender Hinweis auf die selbstzerstörerischen Folgen einer ungebremsten Erderwärmung.
Hans Joachim Schellnhuber
Die fatale Dreiecksbeziehung zwischen Klima, Mensch und Kohlenstoff
C. Bertelsmann Verlag
ISBN: 978-3-570-10262-6
784 Seiten
29,99 €
hjo
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