IWES Windpower-Test: Rotoren als Ersatz für AKW

Foto: Repower

Wind bringt’s: Off-Shore Power vom Meer kann AKW ersetzen. So deutlich formuliert – ein Jahr nach der Atom-Katastrophe in Fukushima – Prof. Jürgen Schmid die erste Bilanz der deutschen Energiewende. Der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderungen der Bundesregierung: „Die Ansätze zur Nutzung der Windenergie auf hoher See sind viel versprechend und aussichtsreich. Aber wir müssen die Erkenntnisse aus der praktischen Umsetzung in die Forschung und Entwicklung zurückkoppeln, denn vergleichsweise noch junge Technik muss weiterentwickelt werden. Nur so lassen sich die hochgesteckten Ziele an Erträgen, Zuverlässigkeit und Kosten für „Strom vom Meer“ erreichen.“

Die Bundesregierung beschloss im Sommer 2011, aus der Kernenergie auszusteigen und den Ausbau der erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung soll von heute rund 20 Prozent auf mindestens 35 Prozent im Jahr 2020 ansteigen und sich bis 2050 auf 80 Prozent erhöhen.

Nun soll die BMU-Forschungsinitiative „Research at alpha ventus“ (RAVE) zeigen, ob und wie mitten in der Nordsee wirtschaftlich und zuverlässig Strom erzeugt werden kann. „Über hundertfünfzig Wissenschaftler untersuchen wie sich Wind, Wetter und Wellen auf Gondeln, Stahltürme und Rotorblätter auswirken, ob sie den Belastungen weit draußen im Meer auch zwanzig Jahre lang stand halten, welchen Einfluss die Anlagen auf das sensible Ökosystem der Nordsee haben und wie Laser auf hoher See Windmessungen optimieren und somit den Betrieb der Offshore Parks wirtschaftlicher machen können“, schreibt IWES dazu in einer Pressemeldung.

Im Mai wollen IWES und das BMU in Bremerhaven erste RAVE-Ergebnisse präsentieren. „Das Testfeld alpha ventus bietet weltweit einmalige Forschungsmöglichkeiten. Über 1000 kontinuierliche Messdaten der Anlagen werden in einem zentralen Forschungsarchiv bereitgestellt. Kein Wunder, dass der Andrang der Wissenschaftler groß ist. Damit ist ein bisher in Deutschland und auch weltweit einmaliges nationales Netzwerk der Windenergieforschung entstanden, das sich international u. a. mit der Europäischen Technologieplattform Windenergie, der Europäischen Windenergie Akademie (EAWE) und IEA-Aktivitäten vernetzt hat.“, erläutert Schmid.

 

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