
Keine Frage: Auch im Winter ist Lüften wichtig. Wenn Mieter oder Hausbesitzer aber vergessen, die Fenster wieder zu schließen, heizen sie umsonst – Energie verpufft und kostet unnötig Geld. Ein Solarchip soll das verhindern. Den entwickelten jetzt Forscher des Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme (IMS) in Duisburg.
Gekippte oder gar offene Fenster vergeuden, wenn Bewohner sie vergessen, nicht nur Energie. Sie locken auch mögliche Einbrecher an. „Wünschenswert wäre eine Automatik, die das offene Fenster bemerkt und ein Warnsignal an den Mieter meldet“, sagen der Elektrotechniker Gerd vom Bögel und der Physiker Andreas Goehlich vom IMS. Zwar gäbe es bereits Haus- und Gebäudetechnik, die den Zustand der Fenster registriere. In der Regel müssten, so die Experten, die Sensoren aber per Kabel an die Alarmzentrale im Haus angeschlossen oder batteriebetriebene Funksensoren benutzt werden. „Der Batteriewechsel führt in Häusern mit vielen Fenstern zu erheblichem Wartungsaufwand“, erläutern die Forscher den Nachteil der gängigen Systeme.
Solar-Funkchip warnt Bewohner bei offenem Fenster
Ihre Alternative: ein nur etwa Fingernagel großer Funksensorchip, den sie direkt im Fenster montieren. Der kleine Sensor ist mit einer Solarzelle beschichtet und versorgt sich selbst mit Energie.
Der Chip ist mit zehn Millimetern so schmal, wie eine Isolierglasscheibe dick ist. Der Installateur baut ihn direkt zwischen den Glasscheiben auf das Aluminiumprofil, das die Scheiben auf Abstand hält. Dank dieses Fensterplatzes erhält die Solarzelle sogar in der dunklen Winterzeit ausreichend Licht. Die Forscher: „In dem Chip sind Magnet- und Beschleunigungssensoren integriert, die registrieren, wenn das Fenster gekippt oder ganz geöffnet wird. Über Funk kann der Chip dann ein Signal an die Basisstation im Haus senden, falls ein Fenster zu lange geöffnet bleibt.“
Chip warnt auch vor Einbrechern am Fenster

Der Chip hilft nicht nur beim Energiesparen. „Er kann Hausbesitzer daran erinnern, regelmäßig zu lüften oder warnen, falls ein Fenster noch geöffnet ist, wenn sie das Haus verlassen. Darüber hinaus bietet er auch bei geschlossenem Fenster einen zuverlässigen Einbruchsschutz. Denn die Sensoren können sehr genau zwischen verschiedenen Schwingungen unterscheiden – beispielsweise einem Ball, der gegen die Scheibe donnert, oder dem Stemmeisen eines Einbrechers, das den Rahmen zum Knarren bringt. Innerhalb einer Zehntelsekunde erkennt das System die Störung und gibt im Zweifelsfall Alarm“, erläutert das IMS seine Vorzüge.
Derzeit können die IMS-Sensorprototypen genug Strom für bis zu 30 Stunden Dunkelheit speichern. In den kommenden zwei Jahren soll daraus ein Produkt entstehen, das sogar bis zu zwei Wochen Dunkelheit überbrückt.
pit
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