Klimakonferenz: Lichtblick in Lima

Klimaschützer demonstrieren in Berlin für Lima Foto: BUND

Gute Nachrichten aus Lima: Die Verhandlungen für den Entwurf eines neuen Klimaschutzabkommens kämen „bisher gut voran“, verbreiten Presseagenturen. Die Chefin des UN-Klimasekretariats, Christiana Figueres, und der peruanische Umweltminister als Chef der aktuellen Klimakonferenz, Manuel Pulgar-Vidal, zeigen sich optimistisch.

Zum Start des sogenannten Ministersegments traf auch Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) in der Anden-Hauptstadt ein. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wolle auf den restlichen Tagen der Konferenz noch vor dem Plenum sprechen.

 

Müller: Kritik an Klimaschutz in USA und China

 

Umstritten sei vor allem, wie nationale Minderungsziele auf eine vergleichbare Basis gesetzt werden sollen und wie sie überprüft werden.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) kritisierte die neuen Klimaziele der USA und China als völlig unzureichend. „Ich sehe das nicht als ehrgeizig an, was Obama verkündet hat“, sagte Müller in Lima mit Blick auf die Ankündigung von US-Präsident Barack Obama. Die USA wollen bis zum Jahr 2025 den Ausstoß von Treibhausgasen um 26 bis 28 Prozent im Vergleich zu 2005 reduzieren. Er hoffe, so Müller, dass Obama seine Präsidentschaft noch dazu nutze, sich zumindest im Mittelfeld der Industriestaaten beim CO2-Ausstoß einzureihen.

Der Minister kritisierte auch das Ziel Chinas, erst ab 2030 zu beginnen mit einer Minderung der klimaschädlichen CO2-Emissionen. „Das ist natürlich eine Vorgabe, die wenig ehrgeizig ist.“

Die EU will bis 2030 mindestens 40 Prozent weniger Treibhausgase ausstoßen als noch 1990.

 

Greenpeace sieht Klimaschutz nicht so optimistisch wie Politiker

 

So optimistisch wie die Konferenzführung in Lima ist Martin Kaiser von Greenpeace nicht. Bislang seien die Verhandlungen so konfliktfrei verlaufen, weil die Konferenz einfach immer mehr Optionen zu einzelnen Verhandlungspunkten hineingenommen habe. Nun müssten die Minister die Optionen wieder eingrenzen. «Wir befürchten, dass die verbleibende Zeit in Lima nicht dazu genutzt wird.» Den 195 Teilnehmerstaaten liegt bisher ein 33-Seiten-Papier mit vorläufigen Textbausteinen für das im Dezember 2015 in Paris zu entscheidende Abkommen vor, durch das die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad begrenzt werden soll. Es war in der ersten Woche um zehn Seiten angewachsen - auch weil so viele Optionen hinzukamen. Das Abkommen soll 2020 in Kraft treten.


red

 

 

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