
Wer an nachhaltige Energien denkt, dessen erste Gedanken schweifen zu Photovoltaik-Anlagen, Holzpellet-Heizungen oder Solarthermie-Anlagen – und diese sind auf dem Vormarsch. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch steigt. Wie sich die Nutzung „alter“ Energiequellen wie Erdgas vor diesem Hintergrund verändert, soll dieser Beitrag näher erläutern.
Das Umweltbundesamt vermeldet einen langsamen, aber durchaus erfreulichen Anstieg, den auch die folgende Grafik noch einmal visualisiert:
Erneuerbare Energien kommen an
„In den letzten Jahren zeichnete sich bei den erneuerbaren Energien ein starker Aufwärtstrend ab. Der Anteil am gesamten Primärenergieverbrauch stieg von 2,9 Prozent im Jahr 2000 auf 11,1 Prozent im Jahr 2014. Bezogen auf den gesamten Endenergieverbrauch hatten die erneuerbaren Energien im Jahr 2013 einen Anteil von 12,4 Prozent, er hat sich damit im Vergleich zum Jahr 2000 mehr als verdreifacht.“ ( Quelle: Umweltbundesamt)
Erdgas: Auslaufmodell oder wichtige Brücke?
Welche Rolle Erdgas mit Blick auf die Erneuerbaren Energien spielt, darüber sind sich nicht einmal die Experten einig. Während die einen prognostizieren, dass auch diese Energiequelle kurz vor dem Aus steht, sehen andere darin eine wichtige Brücke vom Übergang der „alten“ Energiequellen zu den „neuen“.
Der Greenpeace-Energieexperte Andree Böhling beschreibt Erdgas als geeignete Brückentechnologie auf dem Weg zu einer Energieversorgung, die vollständig auf erneuerbaren Energiequellen beruht, und er erläutert die Gründe dafür ausführlich: „Anders als Energie aus Wind- oder Sonnenkraft setze Erdgas zwar CO2 frei. Es sei aber deutlich klimafreundlicher als Strom aus Kohle und mit erheblich geringeren Risiken verbunden als die Atomkraft. Ein modernes Gaskraftwerk stößt der Umweltschutzorganisation zufolge nur halb so viel klimaschädliches Kohlendioxid aus wie ein Kohlekraftwerk. Gaskraftwerke eigneten sich zudem bestens zur Kraft-Wärme-Kopplung, seien effizienter und verringerten dadurch Brennstoffkosten und die Importabhängigkeit.“ ( Quelle: Nachhaltigkeitsrat.de)
Doch das Problem ist die Beliebtheit der Energiequelle Gas, denn diese macht Importe nötig und wirkt sich letztlich auch negativ auf den Preis des Erdgases aus (Preisvergleich unter: gaspreisvergleich.org). Da die Erdgas-Förderung mit Hilfe des Fracking-Verfahrens umstritten ist, seien konsequente Energieeinsparmaßnahmen sowie die Steigerung der Energieeffizienz durch geeignete technische Maßnahmen nötig.
Spartipps für Erdgas-Nutzer
Um bedacht mit der Ressource Erdgas umzugehen, ist es nötig, als Verbraucher zu wissen, an welchen Stellen effektiv gespart werden kann. Die folgenden Tipps sollen hier eine entsprechende Hilfestellung geben:
1. Ein regelmäßiger Check der Heizungsanlage kann Energie und Kosten sparen, denn beim Heizungscheck werden Rohre und Ventile isoliert. So kann verhindert werden, dass Energie entweichen kann. Die Aufrüstung durch den Einbau eines Pufferspeichers ermöglicht zudem wirtschaftliches Heizen. Die Umrüstung von einem alten Gaskessel auf einen Gasbrennwertkessel kann bis zu 40 Prozent an Heizkosten sparen.
2. Wer die Möglichkeit hat, kann auch die Gasheizung für die Nutzung von Sonnenenergie ausrichten. Wer die alte Gasheizung zur „Gasheizung Solar“ aufrüstet, kann ein Drittel des Heizwärmebedarfs über Sonnenenergie bestreiten, die per Solaranlage nutzbar gemacht wird. In der Praxis pringt die Gasheizung nur dann an, wenn die Solaranlage nicht ausreichend Energie liefern kann.
3. Unabhängig davon, mit welcher Energiequelle Wohnung oder Haus warmgehalten werden, empfiehlt es sich auch < b>auf die Gebäudehülle einen prüfenden Blick zu werfen. Das bedeutet: Ist das Gebäude an sich nicht gut gedämmt, entweicht die Wärme unabhängig vom Energieträger durch Ritzen und Wände.
Biogas als grüne Option
Aus tierischen Exkrementen, nachwachsenden Rohstoffen, organischen Abfällen und Klärschlamm – kurz: aus den Rohstoffen, um die sich sonst nur wenige bemühen – kann in speziell dafür ausgerüsteten Biogasanlagen Biogas herstellt werden. Grundsätzlich entsteht Biogas dadurch, dass organisches Material abgebaut wird, ohne dass während dieses Vorgangs Sauerstoff hinzugefügt wird. In der Wissenschaft nennt man dies einen „anaeroben“ Abbau. Zur Hilfe kommen dabei Bakterien, die den Abbau begünstigen. Im weiteren Verlauf muss das gewonnene Rohbiogas so aufbereitet werden, dass es als Verbrennungsgas genutzt werden kann.
Das heißt: Das Ziel ist, Rohbiogas so aufzubereiten, dass es Erdgas ähnelt. Dies ist durch eine bestimmte Abfolge an Reinigungs- und Filtrationsvorgängen möglich.
Gaby Kruse

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