Klimaschutz: Erde immer dichter bewaldet

Foto: Wikimedia CC 3.0/Sascha Grabow

Erstmals Licht am Horizont: Obwohl die Rodung von – vor allem bislang unberührten – (Ur-)Wäldern als eines der drängendsten Probleme des Arten- und Klimaschutzes gilt, entwarnen jetzt Wissenschaftler aus Australien. Sie veröffentlichten aktuelle Studien, wonach die Menge des in Biomasse gespeicherten Kohlendioxids (CO2) zwischen 2003 und 2012 um 4 Milliarden Tonnen zunahm.

Gute Nachrichten: Der blaue Planet scheint allmählich zu ergrünen. In der neuen Studie über die Zunahme der Vegetation auf der Erde führen die beteiligten Wissenschaftler die zunehmende CO2-Speicherkapazität vor allem auf die massiven Aufforstungen in China zurück. Dort lassen die Behörden einen einmal 4.500 Kilometer langen Waldgürtel aufforsten. Er soll vor allem als Windfang dienen und die Erosion des Bodens aus der Wüste Gobi unterbinden. Die Millionen von Bäume des „grüner Wall“ genannten neuen Waldgürtels quer durch die Volksrepublik, vergrößert gleichzeitig die Biomasse des Planeten und weitet damit die Fähigkeit zur oberirdischen CO2-Sequestrierung beachtlich aus.

 

Chinas „grüne Mauer“ als Schutzwall gegen den Klimawandel

 

Die grüne Mauer soll 2050 vollendet sein. Ein zweiter Faktor, der die CO2-Bilanz der Erde positiv nach unten drückt, sind die wirtschaftlichen Umwälzungen im Osten Europas. Dort liegen seit den 1990er-Jahren weite, ehemals landwirtschaftlich genutzte Flächen brach. Dort wachsen inzwischen wieder vermehrt Bäume und speichern Kohlendioxid in ihren Blättern und Stämmen.

Die Wissenschaftler nutzten für ihre Studie modernste Fernerkundungsmethoden. Sie werteten dafür vor allem Satellitendaten aus. Diese Bilder zeichnen die Veränderungen reflektierter Strahlung von der Erde auf, die sich mit zunehmender Vegetation verändert.

Kein Grund, sich zurück zu lehnen: Die Wissenschaftler verweisen – trotz des vordergründig positiven Befunds – darauf hin, dass natürlich nicht alle Wälder gleich wertvoll als Kohlendioxid-Senken der Erde agieren – und gerade die tropischen Regenwäldern seien hier am wertvollsten. Die aber verlieren noch immer Tag für Tag wertvolle Dschungelbäume...


pit

 

 

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