
Es ist geschafft! Die Verhandler aus 195 Staaten der Erde einigen sich am Ende einer langen Konferenz in Paris in letzter Minute doch noch auf einen gemeinsamen Vertragstext. Das Kyoto-Prokoll hat einen Nachfolgevertrag. Damit geben sie dem Klima und allen Lebewesen auf dem Planeten eine Chance, die Erderewärmung in den Griff zu bekommen.
Die Einschätzungen jedoch, dass das Papier allein noch keine Garantie für entschlossenes Klimaschutz-Handeln ist, bleibt. Während etwa Umweltschützer wie German Watch-Chef Christoph Bals vom „Startpunkt einer neuen Ära in der Klima- und Energiepolitik“ sprechen, kündigen die US-Republikaner schon an, ihnen gehe die zäh erkämpfte Einigung zu weit: Schon jetzt sagen sie, der Vertrag werde wieder geschreddert, wenn der nächste US-Präsident aus ihren Reihen stamme.
Klimaschutz: In Paris sind die Delegierten mit dem Ergebnis zufrieden
Frankreich jubelt: „Die schönste aller französischen Revolutionen“, zitiert die Zeit in ihrem Live-Blog aus Paris die Stimmung unter den Delegierten. Zum Schluss lagen sich dort Präsident Francois Hollande und UN-Generalsekretär Ban in den Armen.
Die Beobachter von German Watch fassen das Erreichte so zusammen: „Zum ersten Mal kündigen die Staaten der Welt eine globale Energiewende an und beschließen verschiedene Umsetzungsmechanismen dafür. Gemeinsam übersetzen sie die Temperaturobergrenze von 2 Grad in ein wissenschaftlich untermauertes Langfristziel, das bis 2020 durch Strategien der Staaten untermauert werden soll. Sie halten sogar den Pfad zu einem 1,5-Grad-Limit offen. Alle 5 Jahre wird es Nachbesserungsrunden für die nationalen Klimaziele geben.“
„Mit dem Klimavertrag von Paris wurde die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft endgültig besiegelt. Die Weltstaatengemeinschaft sendet ein starkes Signal auch an Deutschland, die Energiewirtschaft beschleunigt umzubauen, weg von Kohle und Öl. In der Konsequenz sollten die Bundesregierung und die EU die nationalen und europäischen Ausbauziele für Erneuerbare Energien jetzt anheben, um unsere Energieversorgung rasch auf die saubere Basis von 100 Prozent Erneuerbare Energien zu stellen“, kommentiert Hermann Falk vom Bundesverband Erneuerbare Energie.
Kritik vom BUND: Abhänigkeit von Öl und Kohle bleibt
Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber ist zufrieden. Er will aber Nachbesserungen. Die Frankfurter Rundschau zitiert ihn: „Wenn Ministerin Barbara Hendricks sagt, wir wollen das 1,5-Grad-Ziel unterstützen, dann muss sofort der deutsche Klimaschutzplan nachgebessert werden. Dann muss man alles darin noch mal auf den Prüfstand stellen.“
Kritiker, wie BUND-Chef Hubert Weiger sind dagegen nicht zufrieden mit dem diplomatischen Ergebnis aus Paris. Ihnen geht der Klimaplan nicht weit genug. „Das Paris-Abkommen befreit die Welt nicht von ihrer Abhängigkeit von Kohle, Öl und Gas“, kommentierte Weiger.
„Es liefert keine angemessenen Antworten auf die Klimakrise“, ist der BUND-Chef überzeugt, findet aber trotzdem: „Nach Paris hat die Welt ein Instrument, das den Klimaschutz stärkt.“ Positiv sei, dass im Vertrag 1,5 Grad als maximal hinnehmbare Erderwärmung benannt werden. „Dafür haben sich viele vom Klimawandel bedrohte Inselstaaten, aber auch die Bundesregierung und der BUND eingesetzt“, sagte Weiger.
pit
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