
Windstrom gilt ohnehin als oft schwankend und wenig stabile Energiequelle: Nun berechnen Wissenschaftler am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wie diese erneuerbare Energieform sich durch den Klimawandel zusätzlich verändert. Fazit: Windmüller in Nord-, Mittel- und Osteuropa zählen zu den Gewinnern. Für deutsche, französische oder spanische dagegen sehen die Wissenschaftler "eher nachteilige Auswirkungen“.
Wind hat sich als vielversprechende erneuerbare Energie erwiesen. Die Produktion boomt. Allerdings wird sie stark von den Wetter- und Klimabedingungen beeinflusst und unterliegt damit sowohl kurzzeitigen Schwankungen als auch dem Klimawandel.
Wie sich die Windgeschwindigkeiten und damit das Potenzial der Windkraft in Europa bis Ende dieses Jahrhunderts entwickeln, untersuchten daher jetzt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Arbeitsgruppe „Regionales Klima und Wettergefahren“ am Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Department Troposphärenforschung (IMK-TRO) des KIT gemeinsam mit Forscherinnen und Forschern der Universität Köln anhand regionaler Klimaprojektionen.
"Große Herausforderungen" für Windenergieerzeugung
"Der Klimawandel stellt die Windkraft in Europa vor große Herausforderungen", schreiben sie in einer Pressemeldung über ihre aktuelle Studie. Die haben sie im Fachblatt Journal of Geophysical Research: Atmospheres publiziert.
Zwar werde sich die mittlere Windstromerzeugung für den gesamten europäischen Kontinent bis Ende des 21. Jahrhunderts nur geringfügig ändern. Dafür seien größere jahreszeitliche Schwankungen sowie eine Häufung von Schwachwindphasen zu erwarten.
Für ihre Studie nutzten die Forscher ein räumlich und zeitlich hochaufgelöstes Modellensemble, das auf Simulationen des europäischen Klimamodellierungsprojekts EURO-CORDEX (Coordinated Regional Climate Downscaling Experiment – European Domain) basiert. Die räumliche Auflösung beträgt 12 Kilometer, die zeitliche Auflösung 3 Stunden, was eine genauere Quantifizierung der Windstromproduktion auf der regionalen Skala ermöglicht. Für die Berechnungen nehmen die Forscher eine Windkraftanlage mit einer Nabenhöhe von 100 Metern an.
Die Auswertung zeigt, dass zum Ende des 21. Jahrhunderts für den gesamten europäischen Kontinent nur geringfügige Änderungen bei der mittleren Windstromerzeugung zu erwarten sind. Diese Änderungen liegen im Bereich von plus/minus fünf Prozent. „Für einzelne Länder ist allerdings mit deutlich größeren Änderungen im Bereich bis plus/minus 20 Prozent zu rechnen“, berichtet der Leiter der Arbeitsgruppe, Professor Joaquim G. Pinto: „Zudem können die Änderungen starken saisonalen Schwankungen unterliegen.“
Die Forscher sehen in den projizierten Änderungen große Herausforderungen für die Windenergienutzung in Europa. Geeignete Gegenmaßnahmen, wie der dezentrale Ausbau der Windenergie und der Ausbau des europäischen Stromverteilnetzes, könnten den Einfluss des Klimawandels auf die Windkraft aber abschwächen.
red
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