
Es versteht sich von selbst: Nach einem Waldbrand müssen Bäume und Unterwuchs wieder nachwachsen. Wissenschaftler an der Oregon State University stellten nun fest, dass Trockenheit und Hitzeperioden Nadelbäumen die Regeneration erschwert. Da aber gerade in Zeiten des Klimawandels mit eben solchen Extremereignissen zu rechnen ist, sieht die Zukunft für für Kiefer, Fichte & Co nicht rosig aus, schreiben die Forscher im Magazin Forest Ecology and Management.
Ergebnis der Studie: Nach Bränden ist vor allem Trockenstress ein limitierender Faktor für das Wachstum von Nadelbäumen. Der Klimawandel und mit ihm zunehmend heiße und trockene Perioden gefährden den Wiederbewuchs trockener Standorte. Große Bäume können sich meist nach einem Feuer erholen, da ihre Wurzel auch bei Trockenheit Wasserreserven tieferer Bodenschichten anzapfen können. Setz- oder Sämlinge hingegen vertrocknen schnell oder können sich nicht gegen die Konkurrenzvegetation in der Strauchschicht durchsetzen.
Natürliche Verjüngung sichert Speicherung von Kohlenstoff
Der für die Studie untersuchte Bestand besteht heute vorwiegend aus Goldkiefern mit vereinzelten Douglasien und befindet sich am Metolius-Fluss in Oregon, USA. 2002 zerstörte ein Brand dort die gesamte Vegetation. Erich Dodson, Forstwissenschaftler an der Oregon State University, erläutert: „Ein Jahrzehnt nach diesem Feuer gab es fast keine neuen Bäume auf den tieferen, trockenen Standorten. Es gab etwas Verjüngung auf den höher gelegenen, feuchteren Standorten. Aber in den tieferen Lagen wird es noch lange dauern, bis der Wald zurückkommt, falls er dies überhaupt tun wird.“
Die Forscher warnen davor, dass das Ökosystem Wald nicht mehr so viel Kohlenstoff speichern werde, wenn Bäume sich nicht mehr auf natürliche Weise verjüngen können. Der Treibhauseffekt würde zusätzlich verstärkt werden. Um dem entgegen zu wirken, müssen die Anstrengungen zur Wiederbewaldung verstärkt und die Methoden und Pflegemaßnahmen optimiert werden, stellen die Wissenschaftler in ihrem Bericht fest.
Übrigens haben lediglich vier Prozent aller Waldbrände natürliche Ursachen wie Blitzschlag oder vulkanische Aktivität. Die restlichen 96 Prozent gehen auf das Konto von Brandstiftern oder fahrlässigen Zeitgenossen, die ihre Zigarettenkippen einfach wegschnippen oder Lagerfeuer im Wald machen. Das Wohl unserer Wälder liegt somit nicht nur in der Hand von Förstern und Waldarbeitern, sondern hängt auch vom verantwortungsbewussten Umgang der „normalen“ Bevölkerung ab. JET
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