Kyoto-Protokoll bis 2020 verlängert

Katar boxte die Verlängerung des Kyoto-Protokolls durch: Vizepremier Abdullah bin Hamad Al-Attiyah gelang zum Schluss der Klimakonferenz in Doha noch ein Coup. Er ignorierte Einsprüche und beschloss die Ausdehnung bis 2020. Umweltschützer sind mit der Konferenz im Wüstenstaat dennoch nicht glücklich: „Es wurde zwar ein Doha-Paket geschnürt, das den internationalen Klimaschutzprozess weiterführt, das Paket ist aber fast leer“, kommentiert der WWF.

Die Verhandler legten am Wochenende in Doha Überstunden ein. Dann erst konnte Al-Attiyah verkünden, dass das auslaufende Kyoto-Protokoll bis 2020 weiter läuft – auch wenn nicht mehr alle Staaten mitmachen. „Die meisten der 194 Teilnehmerstaaten quittierten den Alleingang des Präsidenten mit Beifall und Lachen. Sie wollten wenigstens den Minimalkompromiss gerettet sehen“, beschreibt die Frankfurter Rundschau die Schlussphase der Zweiwochen-Konferenz. Japan oder Russland sind bei der Neuauflage des Klimavertrags nicht mehr dabei.

 

Kritik der deutschen Umweltverbände am Doha-Ergebnis

 

Die deutschen Umwelt- und Klimaschützer, sind nicht wirklich begeistert. Der WWFspricht von „allenfalls homöopathische Fortschritten“, DUH-Geschäftsführer Michael Spielmann kommentiert das Ergebnis als „völlig unzureichend und blamabel“.

Die Verbände sehen im Verhandlungsmarathon der UN-Klimakonferenzen ohnehin nicht mehr die Lösung. Die Konferenzen seien wichtig, betont etwa Michael Spielmann, weil sie „das Jahrhundertthema in solchen Gesellschaften auf der Agenda zu halten, die einerseits zu den weltweit wichtigsten Emittenten von Treibhausgasen zählen und andererseits den Kopf vor den Folgen in den Sand stecken.“

Solche Veranstaltungen aber spielten im Kampf gegen die Erderwärmung nur noch die Begleitmusik. Als Treiber erkennen die Verbände mehr und mehr die Effizienztechnologien und Erneuerbaren Energien. Jetzt, betont Spielmann, gelte es „diese Erfolge auf andere Bereiche auszudehnen“ - vor allem in Richtung auf eine Agrarwirtschaft, die ohne eine für das Klima katastrophale Form der Landnutzung und die systematische Zerstörung unersetzbarer Kohlenstoffsenken auskomme.

 

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