Lake Mead: Nur noch für kurze Zeit

Lake Mead und der Hoover Damm Foto: wikimedia CC BY-SA 2.0/Kumar Appaiah

Der Wasserstand des größten amerikanischen Stausees hat im Juli 2014 ein neues Rekord-Tief erreicht. Und er wird weiter sinken. Beunruhigende Bilder aus den USA: Bootssteege, die auf dem Trockenen liegen und weiße „Badewannenränder“ am Ufer des Sees: Lake Mead, der größte Stausee der Vereinigten Staaten, hat mit 329,74 Metern über dem Meeresspiegel den niedrigsten Wasserstand erreicht seit in den 1930er Jahren hier der Colorado River aufgestaut wurde. Dieser entspringt in den Rocky Mountains, sein Wasser stammt vor allem aus der Schneeschmelze. Der Colorado River fließt bis in die Bucht von Kalifornien und muss auf seinem langen Weg durch arides Gebiet über 30 Millionen Menschen und Farmland im Wert von mehreren Milliarden Dollar mit Wasser versorgen.

 

Ruinen des Ortes St. Thomas in der Nähe von Lake Mead Foto: wikimedia CC/Jkotto

Lang anhaltende Trockenheit und hoher Verbrauch

 

Doch seit dem Jahr 2000 herrscht Dürre im Einzugsgebiet des Flusses. Trotz einiger Jahre stärkeren Schneefalls im Winter, die zeitweise für eine Erholung der Lage sorgten, ist der Wasserspiegel daher im Stausee heute so niedrig wie nie. Die Ortschaft St. Thomas, die durch den Bau des Staudamms im Wasser versank, liegt heute so weit vom See entfernt, dass er von dort aus nicht einmal mehr sichtbar ist. Und jedesmal, wenn der Wasserspiegel um 60 Zentimeter sinkt, kann das Ufer sich um weitere 18 Meter verschieben.

 

Düstere Prognosen

 

Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht: Bis November, so ist die Prognose, wird der Wasserspiegel weiter sinken. Und auch dann wird er nur damit aufhören weil die Landwirte stromabwärts des Stausees im Winter weniger Wasser benötigen. Eine wissenschaftliche Studie aus dem Jahr 2008 sagt vorraus, dass Lake Mead mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit bis 2021 nicht mehr als Wasserreservoir genutzt werden kann. Auch die für die Nutzung des Damms als Wasserkraftwerk erforderliche Menge würde bis dahin unterschritten.

 

Mehr Abflussrohre: Die Lösung?

 

Wie reagieren die örtlichen Behörden auf diese Prognosen? Um genügend Abfluss aus dem See in den Colorado River zu gewährleisten, bauen die Betreiber derzeit ein neues Abflussrohr, das tiefer gelegen ist. Das oberste Abflussrohr wird nämlich schon bald kein Wasser mehr führen. Die Behörden sind der Meinung, die Versorgungslücke damit schließen zu können: „Wir sind zuversichtlich, dass das neue Rohr fertig wird, bevor wir das alte verlieren“ sagte ein Sprecher der zuständigen Behörde dem Las Vegas Review Journal. Jedoch werden solche Maßnahmen das Problem nur herauszögern und nicht lösen. Irgendwann werden sich die dortigen Behörden damit abfinden müssen, dass durch den Klimawandel weniger Wasser zur Verfügung steht und ihre Konzepte überdenken. FME

 

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