Die Zeiten des Zweifelns sind eigentlich schon längst vorbei. Dass der Klimawandel nicht ein bloßes Hirngespinst von Weltuntergangsfanatikern ist, sondern tatsächlich stattfindet, gilt unter Wissenschaftlern wie unter den meisten Normalbürgern als unumstößliche Tatsache. Wie gesagt, nur unter den meisten. In den USA und Großbritannien gibt es zahlreiche Agitatoren, die alle Hebel in Bewegung setzen, um die Bevölkerung vom Gegenteil zu überzeugen. Das schlimmste daran ist, dass diese Bewegung nicht etwa von irgendwelchen Hinterwäldlern ausgeht, sondern von einflussreichen und wohlhabenden Persönlichkeiten.

Konservative US-Milliardäre sponsern Kampf gegen die „Klimalüge“
Ein Zusammenschluss von anonymen Spendern unterstützt offenbar rechtskonservative Gruppen dabei, die amerikanische Bevölkerung davon zu überzeugen, dass sie keine Schuld am Klimawandel trägt. Seit 2002 sollen laut dem Guardian rund 120 Millionen Dollar an Ideologen und Lobbygruppen geflossen sein. Die milliardenschweren Geldgeber wollen, dass diese mit ihrem Geld Zweifel an wissenschaftlichen Erkenntnissen sähen, indem sie Klimaforscher verunglimpfen. Auch Amerikas Öl- und Kohlelobby hat verständlicherweise großes Interesse daran, den Klimawandel als bloßes Hirngespinst darzustellen. Zu diesem Zweck hat sie ganze 16 Millionen Dollar investiert. Unter den Geldgebern sind auch bekannte Größen wie der Ölkonzern Exxon und die General Motors Stiftung.
In Großbritannien wollen Klimawandelskeptiker sogar die Politik beeinflussen
Wen überrascht es, dass auch in Großbritannien rechte Kräfte hinter der Verleugnung des Klimawandels stecken? Reiche Nationalisten finanzieren hier eine Kampagne gegen Politiker, die Treibhausgase einsparen wollen. Hauptakteur im Kampf gegen klimafreundliche Politik ist die „Global Warming Policy Foundation“, die von dem Lord Lawson ins Leben gerufen wurde. Wenigstens 120 anonyme Mitglieder gehören dieser 2009 gegründeten Stiftung an. In den letzten Jahren erhielt sie über 1,14 Millionen Euro von Spendern aus ganz Großbritannien. Was tut die Stiftung nun mit dem ganzen Geld? Zum einen versucht sie die Regierung dazu zu bewegen, Subventionen für alternative Energien zu stoppen und ihre Emissionsziele zu verwerfen. Zum anderen unterstützt sie die Publikation und Verbreitung von Schriften, die dem Klimawandel skeptisch gegenüberstehen. Bei all dem Lobbyismus kann es wohl kaum Zufall sein, dass die britische Regierung jetzt Subventionen für erneuerbare Energien kürzen, Steuern für die Ausbeutung von Schiefergas senken und die CO2-Emissionsziele aufweichen will.
Man kann nur hoffen, dass die Vernunft letztendlich doch über die faulen Tricks der Lobbyisten siegt und die Politiker und Bürger die ‚unbequeme Wahrheit‘ akzeptieren. Denn nur wenn ein Problem anerkannt wird, kann es auch bekämpft werden.
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