
600 „grüne“ Moscheen für Marokko: Mit Finanzhilfe der deutschen Bundesregierung will das nordafrikanische Königreich ein Zeichen für den Klimaschutz setzen und bis Frühjahr 2019 eine nationale Bewusstseins-Initiative starten. Sie soll die Menschen des Landes, in dem die Sonne unablässig vom Himmel brennt, für erneuerbare Energien begeistern.
Bereits 2014 beschlossen das marokkanische Ministerium für Energie (MEMEE) und das Ministerium für religiöse Angelegenheiten (MHAI) gemeinsam mit der staatlichen Energieinvestitionsgesellschaft (SIE) und der Agentur für erneuerbare Energien und Energieeffizienz (ADEREE) ihr Programm „Energieeffizienz in Moscheen“. Ihr Partner in Deutschland ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ). Es zahlt für die Sanierung der 600 Moscheen bis 2021 etwa 300 Millionen Euro aus dem Entwicklungsetat an Marokko.
„Ressourcenschutz ist auch im Koran verankert“
Im Rahmen des Programms sollen Moscheen künftig mithilfe von Energiesparbeleuchtung, Stromerzeugung durch Photovoltaik und Solaranlagen zur Warmwasserbereitung energetisch modernisiert werden, nennt die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ihre Aufgabe in Marokko. Damit sollen etwa die Ausgaben des marokkanischen Religionsministeriums deutlich reduziert werden, das unmittelbar für die Stromrechnungen für 15.000 Moscheen im Land die Rechnungen erhält. „Die energetische Modernisierung von Moscheen soll aber vor allem die marokkanische Bevölkerung für das Thema erneuerbare Energien und Energieeffizienz sensibilisieren und zur Beschäftigungsförderung beitragen“, beschreibt die GIZ die Motivation für die Kooperation.
Für den Projekt-Chef der GIZ Jan-Christoph Kuntze ist das Ziel klar: „Moscheen sind für viele Marokkaner ein Mittelpunkt ihres sozialen Lebens“, zitiert ihn das Portal Klimaretter. Kuntze setzt dabei auf die Mithilfe der Religion: „ Ressourcenschutz ist auch im Koran verankert.“
Marokko: Afrikas Vorbild beim Klimaschutz
Marokko gilt in der Region als fortschrittlichstes Land beim Klimaschutz, berichtet auch der britische Guardian. Dort stehen die größte Windfarm auf dem afrikanischen Kontinent und in der Sahara, die weite Landesteile bedeckt, gibt es mit die größten Solarkraftwerke der Erde.
Auch zur kommenden UN-Klimakonferenz (COP 22) treffen Politiker und Wissenschaftler von 7. bis 18. November 2016 in der marokkanischen Stadt Marrakesch zusammen.
pit
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